30.04.2012 | Top-Thema Landflucht: Die Leere auf dem Land

Häuser sind nichts mehr wert

Kapitel

Dabei war das Eigenheim für viele Betroffene als garantierte Altersvorsorge gedacht. Müssen Senioren nun aus ihrem Haus ausziehen, weil sie sich nicht mehr selbst versorgen können, stellen sie fest, dass es nichts mehr wert ist.

„Oft ist in den Häusern dann jahrzehntelang nichts modernisiert worden, so ein Gebäude wird man ganz schwer los“, sagt Vornholz. Der Analyst glaubt, dass sich die Entvölkerung außerdem beschleunigen wird: Wer alt sei, noch mobil und ein paar Rücklagen auf der Bank habe, werde sich einen Altersruhesitz in einer angenehmen Umgebung mit guter Gesundheitsversorgung sichern, glaubt er. „Und das ist nun einmal eher Weimar als Demmin in Mecklenburg-Vorpommern.“

Demmin ist ein Paradebeispiel für den demographischen Wandel, es soll in absehbarer Zeit noch einmal 30 Prozent seiner Einwohner verlieren. Dabei leben in der mecklenburgischen Hansestadt bereits  20 Prozent Menschen weniger als noch vor 15 Jahren, nicht einmal mehr 12.000 sind es. Ähnliche Entwicklungen haben andere ostdeutsche Kreise erlebt – zwischen 2000 und 2008 schwand die Bevölkerung in ländlichen, fern von Großstädten gelegenen Räume um 8,3 Prozent, wie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ermittelt hat. Auch im Westen gibt es Beispiele für stark schrumpfende Gemeinden, etwa im Saarland oder in Nordhessen. Nur im Norden und Süden stagniert die ländliche Entwicklung großenteils.

Schlagworte zum Thema:  Demografie, Leerstand

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