30.04.2012 | Top-Thema Landflucht: Die Leere auf dem Land

Langsamer Verfall

Kapitel

Manche Ökonomen zeichnen ein düsteres Bild. So spricht Günter Vornholz, Analyst bei der Deutschen Hypo, von einem „langsamen Verfall“.

Für Investoren seien Ein- und Mehrfamilienhäuser in abgeschiedenen Siedlungen oder verlassene Landwirtschaftsgebäude uninteressant, bestätigt Wulf Bennert, der sich für die Stiftung Schloss Ettersburg mit dem Thema befasst hat. „Der Verkehrswert leerstehender Immobilien, für die sich trotz Bemühungen keine Käufer gefunden haben, ist mit Null anzusetzen.“ Selbst einen Abriss sähen häufig weder Eigentümer noch Investoren als Option – der koste nur. Anders als in begehrten Innenstadtlagen gibt es auf dem Land keine Aussicht auf ertragreiche Neubebauung eines Grundstücks. „Die meisten sind ratlos“, hält Ralph Henger vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln fest.

Darüber hinaus würden die noch bewohnten Höfe und Eigenheime in Mitleidenschaft gezogen, erklärt Bennert: Durch das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage mindert sich auch ihr Wert, Schätzungen zufolge um etwa die Hälfte. Dazu steigen die laufenden Kosten für die, die da bleiben – die mindestens gleichbleibenden Aufwendungen für Infrastruktur und Grundversorgung werden auf weniger Menschen umgelegt.

Schlagworte zum Thema:  Demografie, Leerstand

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