30.04.2012 | Top-Thema Landflucht: Die Leere auf dem Land

Strukturwandel in der Region

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Leerstehende Gehöfte statt geraniengeschmückter Bauernhäuser, brachliegende Fabrikgebäude statt blühender Landschaften: Die Idylle vom Landleben hat einen gehörigen Riss bekommen.

Vielerorts prägen Abwanderung und demographischer Wandel das Bild - Prozesse, die unaufhaltbar scheinen. „Mittelfristig sind zahlreiche Dörfer in ihrer Existenz gefährdet“, bilanziert das auf Bevölkerungsforschung spezialisierte Berlin-Institut in seiner jüngsten Studie. Damit stellt sich nicht nur die Frage, wie Buslinien aufrecht erhalten, Schulklassen gefüllt und die Nahversorgung sichergestellt werden kann – auch der Leerstand in schrumpfenden Gemeinden und Dörfern ist zur Herausforderung geworden.

Im Kreis Stendal in Sachsen Anhalt etwa steht von rund 30.000 Gehöften ein Zehntel leer. Dazu kommt, dass die Landwirtschaft als Branche weiter auf dem Rückzug ist – bundesweit wird sie bis 2030 noch einmal 40 Prozent ihrer Arbeitskräfte verlieren, so die Prognose. Auch Industriegebäude aus den 1970er Jahren sind für heutige Produktionsbedürfnisse überdimensioniert: Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Bauten wieder ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt werden, ist gering. Was tun mit dem wachsenden, auf den ersten Blick nutzlosen Gebäudebestand?

Schlagworte zum Thema:  Demografie, Leerstand

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