10.08.2015 | Unternehmen

Imtech-Pleite könnte BER-Fertigstellung weiter verzögern

Imtech will zunächst einmal weiterbauen am BER
Bild: Alexander Obst/Marion Schmieding/Flughafen Berlin Brandenburg

Nachdem bereits die deutsche Tochter des niederländischen Gebäudetechnik-Anbieters des neuen Berliner Flughafens BER, Imtech, Insolvenz angemeldet hat, strauchelt nun auch das Mutterunternehmen. Die Arbeiten am Flughafen sollen aber vorerst fortgesetzt werden.

Wegen akuter Finanzierungsprobleme hat Imtech bei einem Gericht die Aussetzung seiner Zahlungsverpflichtungen beantragt. Laut Angaben des Unternehmens wird die deutsche Tochter ihre Arbeiten am Flughafen wie geplant fortsetzen. Dies geschehe mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters Peter-Alexander Borchardt, Sanierungsexperte der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte. Die Mitarbeiter sämtlicher Gewerke und der Subunternehmer hätten zugesagt, den Flughafenbau bis auf weiteres unverändert fortzuführen. Imtech ist unter anderem für Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig. 

Vor allem Planungsfehler und Mängel an der Brandschutzanlage hatten die Eröffnung des neuen Flughafens bisher verhindert. Er sollte eigentlich im Oktober 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Zuletzt wurde die zweite Jahreshälfte 2017 angepeilt. 

Der Imtech-Konzern hatte sich bis Montag vergeblich bemüht, bei seinen Banken einen Überbrückungskredit in Höhe von 75 Millionen Euro zu bekommen.

Korruptionsvorwürfe gegen Imtech-Bereichsleiter

Im Zusammenhang mit Imtech-Aufträgen am BER hatte es zudem Korruptionsvorwürfe gegeben. Ein früherer Bereichsleiter des Flughafens wurde im Mai in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin damals bestätigte.

Der frühere Prokurist soll Imtech-Nachforderungen von über 60 Millionen Euro bewilligt haben, nachdem er von dem Konzern 150 000 Euro Schmiergeld erhalten habe. Dringender Tatverdacht besteht auch gegen einen ehemaligen Deutschland-Chef und gegen einen Regionalleiter von Imtech.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Insolvenzverwalter, Flughafeneröffnung

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