08.10.2015 | Unternehmen

Imtech geht an Bremer Familienstiftung Zech

Imtech-Hauptniederlassung in München
Bild: Paribus Capital

Eine Tochtergesellschaft der Gustav Zech Stiftung aus Bremen übernimmt den Geschäftsbetrieb und das wesentliche Vermögen des insolventen Bautechnik-Konzerns Imtech. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt mit. Die meisten Arbeitsplätze blieben erhalten, die Arbeiten am Berliner Flughafen gingen weiter.

Der Verkauf werde nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang November vollzogen.

Zech habe von zuletzt fünf ernsthaften Interessenten das wirtschaftlich lukrativste Angebot abgegeben und werde den Großteil der Arbeitnehmer übernehmen. Zusammen mit mehreren bereits verkauften Tochtergesellschaften und Geschäftsbereichen blieben 3.000 von zuletzt 3.600 Arbeitsplätzen erhalten. Rund 400 Beschäftigte hatten den Konzern zuvor bereits freiwillig verlassen.

Unter dem Strich beschäftigen die Imtech-Gesellschaften damit nach der Insolvenz rund 1.000 Arbeitnehmer weniger als zuvor. Neben einigen kleineren Bereichen ist noch der Verkauf der Imtech Brandschutz offen, doch seien hier bald positive Nachrichten zu erwarten, heißt es in der Mitteilung. Für den Bau des Berliner Flughafens BER seien keine weiteren Verzögerungen zu erwarten.

Imtech hatte am 6. August Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen war 2012 in Turbulenzen geraten und wird mit Korruption, überhöhten Forderungen, unerlaubten Absprachen und undurchsichtigen Transaktionen in Verbindung gebracht. Verschiedene Staatsanwaltschaften ermitteln gegen Imtech.

Auch die niederländische Muttergesellschaft Royal Imtech ist insolvent und teilweise bereits verkauft. Ihr gegenüber machte die deutsche Tochter Forderungen in Höhe von 21 Millionen Euro geltend. Der Imtech-Umsatz in Deutschland und Osteuropa betrug zuletzt 860 Millionen Euro, der Verlust (Ebitda) 126 Millionen Euro.

Die rund 500 von einst 950 Baustellen, auf denen Imtech arbeitet, würden ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Investor weitergeführt, heißt es in der Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters. Das gelte auch für mehr als 4.000 Wartungs- und Serviceaufträge.

Die Zech Group in Bremen ist ein Familienunternehmen im Besitz von Kurt Zech mit weltweit rund 6.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Imtech wird jedoch nicht an die Gruppe verkauft, sondern an eine Tochtergesellschaft der Gustav Zech Stiftung, die rechtlich nicht mit dem Zech-Konzern verbunden ist. Dabei handele es sich um eine Familienstiftung. Warum diese Konstruktion gewählt wurde und ob Imtech unter dem alten Namen am Markt bleiben wird, konnten Sprecher der Beteiligten am Mittwoch nicht sagen. Der Kauf werde erst im November endgültig vollzogen; dann werde es auch weitere Informationen geben, erklärte ein Zech-Sprecher.

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