13.02.2012 | Entwickler

Hochtief-Tochter Leighton unter Korruptionsverdacht

Nachdem Hochtief aufgrund zusätzlicher Abschreibungen bei der australischen Tochter Leighton im abgelaufenen Geschäftsjahr noch tiefer in die Verlustzone gerutscht ist, steht nun Leighton wegen Korruptionsverdacht im Visier der dortigen Behörden.

Leighton hat in den Büchern einer Tochter dubiose Zahlungen im Zusammenhang mit einem Irak-Geschäft entdeckt. Es geht um den Verdacht von Schmiergeldzahlungen der Leighton-Tochter Leighton Offshore, die Anlagen für den irakischen Öl-Export baut. Der Fall sei unverzüglich der Polizei gemeldet worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Möglicherweise sei gegen australische Gesetze verstoßen worden. Ob der Vorfall finanzielle Folgen für das Unternehmen hat, sei noch offen.

Leighton gehört zu 54 Prozent dem Hochtief-Konzern, der seit vergangenem Jahr von der spanischen ACS kontrolliert wird. Der Baukonzern war jahrelang Ertragsperle von Hochtief, hat aber ein schwieriges Jahr hinter sich. Im Geschäftsjahr 2010/11 (30. Juni) gab es den ersten Verlust seit 25 Jahren. Der Aktienwert ging um mehr als ein Drittel zurück. Zum Wochenstart sank der Kurs der Leighton-Aktie erneut deutlich, obwohl die Zahlen im Rahmen der Erwartungen lagen.

Neben Leighton könnte es für Hochtief auch aus dem Flughafengeschäft zu weiteren Belastungen kommen. Denn die erst jüngst in die Insolvenz geratene ungarische Fluggesellschaft Malev gehört zu den wichtigsten Kunden des Flughafens in Budapest. Hochtief ist mit knapp 50 Prozent an der Betreibergesellschaft des Flughafens beteiligt. Welche Auswirkungen die Malev-Insolvenz auf das Hochtief-Geschäft haben wird, ist noch unklar.

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