18.10.2013 | Transaktion

Hellweg ist Favorit für die Übernahme der Max-Bahr-Märkte

Die Verhandlungen um die Max Bahr Baumärkte laufen auf Hochtouren
Bild: Max Bahr

Ein Konsortium um die Baumarktkette Hellweg wird vermutlich die Märkte des insolventen Konkurrenten Max Bahr übernehmen. Das teilte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder mit. Einen Zuschlag gab es noch nicht, man sei jedoch in den finalen Verhandlungen. Ziel der Schlussverhandlungen ist ein unterschriftsreifer Vertrag bis Ende Oktober.

Die Verhandlungen gingen nun in die Zielgerade, hieß es. Schröder ist für die 78 alten Bestandsmärkte des Unternehmens Max Bahr verantwortlich. Dort arbeiten rund 3.600 Beschäftigte.

Noch keine Lösung gebe es hingegen für die 54 ehemaligen Praktiker-Märkte mit 2.800 Beschäftigten, die seit dem Jahr 2012 auf die Marke Max Bahr umgeflaggt wurden. Sie sollten nach Möglichkeit gemeinsam mit den Stamm-Märkten von Max Bahr verkauft werden. Insolvenzverwalter Christopher Seagon, der für diese Märkte zuständig ist, verhandele weiter mit Interessenten. Gleichzeitig werde parallel auch der Ausverkauf für diese Märkte ab Ende nächster Woche vorbereitet. In den übrigen rund 180 ehemaligen Praktiker-Märkten sowie in sieben umgeflaggten Max-Bahr-Märkten läuft der Ausverkauf bereits seit Wochen und ist teilweise abgeschlossen. Sie sollen einzeln oder in kleineren Stückzahlen an Investoren übergeben werden.

Das Dortmunder Familienunternehmen Hellweg steuert 92 Filialen in Deutschland und Österreich sowie 56 BayWa-Bau & Garten-Filialen in Süddeutschland. Zur Unternehmensgruppe gehören außerdem die Gartencenter Augsburg mit sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen. Hellweg beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. Teil des Bieterkonsortiums ist auch die Hamburger Familie Möhrle, die Max Bahr im Jahr 2007 an Praktiker verkauft hatte, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Ex-Chef Dirk Möhrle will aber keine operativen Aufgaben in dem Unternehmen übernehmen.

Gläubiger der insolventen Praktiker AG, also der Konzernholding, werden ihr Geld mutmaßlich nicht wiedersehen. Aus der Insolvenzmasse seien nur noch die Verfahrenskosten gedeckt, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des Anwalts der Anleihegläubiger. Weitere Verbindlichkeiten könnten nicht erfüllt werden. Der Anwalt gab bekannt, seine Arbeit daher vorläufig eingestellt zu haben. Die Unternehmensanleihe über 250 Millionen Euro wurde 2011 aufgelegt und sollte bis 2016 mit 5,875 Prozent verzinst werden; sie wurde aber seit Beginn der Insolvenz nicht mehr bedient.

Gezeichnet wurde die Anleihe von Hedge-Fonds, institutionellen Investoren und Kleinanlegern.

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