13.06.2013 | Projekt

Grundstein für Berliner Schloss gelegt

Berliner Stadtschloss: der Anfang
Bild: Marc Tollas ⁄

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Mittwoch den Grundstein für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses gelegt. Damit beginnen offiziell die Arbeiten am umstrittenen Hauptstadtprojekt. Knapp 600 Millionen Euro soll der Neubau kosten.

Mehr als zwei Jahrzehnte wurde gestritten und diskutiert über den Wiederaufbau der einstigen Hohenzollern-Residenz im Zentrum Berlins. Unter dem Namen Humboldtforum sollen im Schloss ab 2019 die Schätze der außereuropäischen Kulturen aus den Berliner Museen gezeigt werden. Der Wiederaufbau des Schlosses mit seiner Barockfassade war vom Bundestag beschlossen worden.

Die Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum äußerte sich zuversichtlich, dass der Neubau von der Bevölkerung akzeptiert wird. "Es wird eine Herzensangelegenheit aller Deutschen werden", sagte Stiftungsvorstand Manfred Rettig im Inforadio des RBB. Er sei auch zuversichtlich, dass ausreichend Spenden zusammenkommen.

Von den Baukosten von insgesamt 590 Millionen Euro trägt der Bund 478 Millionen Euro, 32 Millionen übernimmt Berlin, 80 Millionen Euro für die Barockfassade sollen aus Spenden kommen. Bisher hat die Stiftung nach Angaben des Fördervereins rund 20 Millionen Euro an Leistungen erhalten.

Berliner Grüne äußern sich skeptisch

Sollten nicht genug Spenden für die Rekonstruktion der historischen Fassade eingehen, müsse der Bund dafür geradestehen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im RBB-Sender radioeins. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) sagte im ZDF-Morgenmagazin, er rechne damit, dass das Geld zusammenkommt und der Steuerzahler nicht zusätzlich belastet wird.

Die Berliner Grünen äußerten sich skeptisch über die Spendenangaben. Bisher seien rund neun Millionen Euro eingegangen, ein Großteil sei an weitere Bauoptionen gebunden, etwa für ein zusätzliches Eckrondell, die Kuppel und die Innenportale, erklärte die Fraktionsvorsitzende, Antje Kapek. Das Schloss dürfte nicht Berlins nächste Baupanne werden.

Nach einem Architektenwettbewerb hatte der Italiener Franco Stella den Auftrag erhalten, das Schlosses originalgetreu wieder zu errichten und im Inneren einen zeitgemäßen Museumsbau zu schaffen. In den vergangenen Monaten war bereits die Betonsohle gegossen worden. Die Schlossruine war 1950 von der DDR gesprengt worden.

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