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Großprojekt Nürburgring wankt: Ex-Finanzminister angeklagt

Das Land Rheinland-Pfalz kündigt den Betreibern, jetzt klagt die Staatsanwaltschaft wegen der gescheiterten Privatfinanzierung Ex-Finanzminister Ingolf Deubel und andere wegen Untreue an.

Das abgelegene Freizeit- und Geschäftszentrum an der Formel-1-Strecke gilt als überdimensioniert und leidet unter Besuchermangel. Das Land hat den seit dem Jahr 2010 eingesetzten Privatbetreibern Jörg Lindner und Kai Richter vergangene Woche gekündigt, weil Pachtzahlungen ausstünden. Rund 330 Millionen Euro hat das Land in den Ausbau des Rings gesteckt, um bisher vergeblich die hohen Defizite der Formel 1 auszugleichen.

Mit allen Darlehen und Zuschüssen soll beim Freizeitpark über die Jahre fast eine halbe Milliarde Euro zusammengekommen sein. Der Landesrechnungshof befürchtet ein Risiko von 210 Millionen Euro bis zum Jahr 2030. CDU-Landeschefin Julia Klöckner warnt vor einer "dritten Pleite". Denn 2009 platzte eine Finanzierung des Freizeitparks über Liechtenstein, Dubai und die Schweiz mit dubiosen Geldgebern.

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft klagt nun den früheren Finanzminister Deubel (SPD) und den geschassten Ringchef Walter Kafitz wegen Untreue an. Deubel hatte im Jahr 2009 seinen Hut genommen. Er soll unter anderem für Schäden in sechsstelliger Höhe mitverantwortlich gewesen sein. Gegen insgesamt sechs Männer hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Untreue oder Beihilfe erhoben. Die Ermittlungen gegen Ring-Betreiber Richter wegen Untreue laufen nach Angaben der Staatsanwaltschaft parallel weiter und dauern an.

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