22.09.2014 | Unternehmen

Ex-LBBW-Manager wegen Untreueverdachts vor Gericht

LBBW-Hauptsitz in Stuttgart
Bild: Frank Kleinbach

Zwei Ex-Manager der damaligen LBBW Immobilien GmbH müssen sich wegen des Verdachts der Untreue vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Sie sollen mit einem riskanten Immobilienprojekt in Rumänien einen Schaden von mindestens 21 Millionen Euro zugefügt oder mindestens billigend in Kauf genommen haben.

Das gescheiterte Immobilienprojekt hat laut Staatsanwaltschaft bei der LBBW Immobilien Gruppe zu einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe geführt. Die LBBW wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Verfahren äußern.

Die Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft im Dezember 2007 grünes Licht für Investitionen in ein 132 Millionen Euro schweres Immobilienprojekt in Rumänien gegeben haben. Dabei hätten sie gewusst, dass die Informations- und Kalkulationsgrundlagen nicht den Mindestanforderungen an ein solches Geschäft entsprachen. So habe noch gar nicht festgestanden, ob überhaupt eine baurechtliche Genehmigung erteilt werden könne.

Auch hätten die Angeklagten weder Informationen zum Wert des ehemaligen Fabrikgeländes eingeholt, noch geklärt, ob auf dem Baugrund möglicherweise Altlasten lagerten. Die Ansprüche ehemals zwangsenteigneter Immobilieneigentümer sollten laut Staatsanwaltschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden.

Für die Annahme, in einer mittelgroßen Stadt in Rumänien könnten 1.300 Wohnungen für hohe Preise verkauft werden, habe eine tragfähige Grundlage gefehlt. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich vier ehemalige Manager angeklagt. Zwei Manager waren nach Überzeugung der Richter aber nur in einem sehr frühen Stadium beteiligt.

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