20.01.2012 | Entwickler

Der Fall Elbphilharmonie: Jurist vermutet Geheimnisverrat

Der Baukonzern Hochtief soll bei Nachverhandlungen um Mehrkosten für den Bau der Hamburger Elbphilharmonie nach einem Bericht des "Hamburger Abendblattes" (Freitag) streng vertrauliche Dokumente besessen haben.

Daraus sollen die Verhandlungspositionen der Stadt hervorgegangen sein. Das werfe der Jurist der Kulturbehörde, Jochen Margedant, dem Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme vor, die am Freitag im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft verlesen werden sollte, berichtete die Zeitung. Hochtief dementierte die Behauptung.

"Wir weisen die Vorwürfe mit Nachdruck und Empörung zurück", sagte Sprecher Bernd Pütter am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Der Baukonzern stehe für faires unternehmerisches Handeln. Die Behauptungen seien "völlig absurd". Die Kulturbehörde äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Die Zeugenaussage des Juristen beziehe sich auf ein Treffen zwischen Vertretern der Stadt, städtischer Realisierungsgesellschaft ReGe und Hochtief im September 2008 über Mehrkosten. Der Anteil der Steuerzahler an den Kosten der Elbphilharmonie stieg in Folge der überarbeiteten Verträge von 114 Millionen Euro auf 323,5 Millionen Euro - ursprünglich sollten es 77 Millionen Euro sein.

Der mögliche Geheimnisverrat war bereits im Herbst bei der Befragung des Hamburger Hochtief-Chefs Thomas Möller Thema im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Möller hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen, woraufhin der Untersuchungsausschuss Margedant um eine Stellungnahme bat.

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