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Bilfinger startet schwach ins Jahr und will noch im Mai über das Baugeschäft entscheiden

Das Baugeschäft ist das Herzstück von Bilfinger: Ein Verkauf könnte weitreichende Folgen bis hin zur Zerschlagung des Konzerns haben
Bild: Bilfinger

Bilfinger hält sich trotz eines schwachen Jahresstarts zum entscheidenden Thema Konzernumbau weiterhin bedeckt. Über die Zukunft des wichtigen Bau- und Gebäudedienstleistungsgeschäfts wolle man allerdings "in den nächsten zwei bis drei Wochen" entscheiden, sagte Übergangschef Axel Salzmann. Man befinde sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium.

Verluste im Kraftwerksgeschäft, Buchverluste im Zuge des Verkaufs des Wassergeschäfts, Abschreibungen sowie Umbaukosten sorgten zum Jahresstart 2016 unter dem Strich für einen Verlust von 76 Millionen Euro. 2015 war ein Fehlbetrag von 17 Millionen aufgelaufen.

Die Leistung sank in den ersten drei Monaten 2016 um fünf Prozent auf 1,35 Milliarden Euro.
Während der Auftragsbestand leicht zulegte, sackte der Auftragseingang, der auf die künftige Entwicklung schließen lässt, um 14 Prozent ab.

Cevian treibende Kraft des Konzernumbaus

Nach dem überraschenden Chefwechsel vor wenigen Wochen sprangen unmittelbar vor Beginn der Hauptversammlung auch noch zwei Aufseher ab. Dies wurde mit unterschiedlichen Auffassungen "zu Strategie und Positionierung" begründet.

Zum Wochenstart hatte der MDax-Konzern ein mit Stellenstreichungen verbundenes Sparprogramm angekündigt. "2016 wird ein Übergangsjahr", bekräftigte Salzmann laut Mitteilung am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung.

Auch das seit der Energiewende in Deutschland dauerkriselnde Kraftwerksgeschäft steht bereits seit vergangenem Sommer zum Verkauf. Der Investor Cevian gilt als treibende Kraft des Bilfinger-Umbaus. Die Gesellschaft war 2011 bei den Mannheimern eingestiegen und hält nun knapp 26 Prozent an dem Konzern.

Prognose: Bilfinger bleibt zurückhaltend

Für 2016 bleibt Bilfinger zurückhaltend. Wegen der Nachfrageschwäche im Industriegeschäft dürfte die Leistung im Konzern "deutlich" sinken, so Salzmann. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) dürfte bei einer höheren Marge im laufenden Jahr unterdessen "leicht" steigen.

Unter dem Strich steht aber eine ganze Latte von Belastungen: So falle im Zuge des Umbaus ein hoher zweistelliger Millionen-Euro-Betrag an, sagte Salzmann. Die Aufarbeitung von Korruptionsfällen schlage mit rund 50 Millionen Euro negativ zu Buche und steuerliche Bewertungen dürften das Ergebnis zusätzlich belasten.

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Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Bauunternehmen

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