12.02.2015 | Unternehmen

Bilfinger verzeichnet Verlust von 71 Millionen Euro

Das Ergebnis ist erstmals seit 1998 negativ
Bild: Windorias ⁄

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat im vergangenen Jahr 71 Millionen Euro Verlust gemacht. Stabilisator war das Geschäft mit Dienstleistungen rund um Immobilien. Außerdem hat Bilfinger Axel Salzmann (56) zum Nachfolger des bisherigen Finanzvorstands Joachim Müller berufen. Die endgültige Entscheidung für das Amt des Vorstandschefs ist noch nicht gefallen.

Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Den Aktionären schlug die Gesellschaft eine Dividende von zwei Euro vor.

Nach zahlreichen Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr hatten Analysten bereits mit einem Verlust gerechnet. Die Leistung legte 2014 mit knapp 7,7 Milliarden Euro dank Zukäufen noch leicht um zwei Prozent zu. Auftragseingang und Auftragsbestand, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, brachen aber jeweils zweistellig ein.

Als Ursachen für die finanziellen Schwierigkeiten nannte Bilfinger die anhaltende Flaute im europäischen Kraftwerksbau, die Zurückhaltung vieler Industriekunden bei Investitionen sowie Umbaukosten und Wertberichtigungen.

"2014 war für Bilfinger ein unbefriedigendes Jahr", fasste Übergangschef Herbert Bodner die Entwicklung zusammen. Auch für 2015 zeigte sich der vor einem personellen Neustart im Management stehende Konzern verhalten. Die Leistung dürfte auf rund 7,5 Milliarden Euro sinken, während das bereinigte Konzernergebnis leicht zurückgehen dürfte. Die vollständige Bilanz will der Konzern am 18. März vorlegen.

Die jüngste Entwicklung bei Bilfinger prägte der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der nach seinem Ausscheiden aus der Politik drei Jahre lang an der Spitze des Konzerns stand, ehe er im August 2014 seinen Rücktritt erklärte.

Der Bilfinger-Aufsichtsrat berief am Dienstag den bisherigen ProSieben-Manager Axel Salzmann zum neuen Finanzchef. Die Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden steht noch aus, weil der Wunschkandidat noch auf die Freigabe seines jetzigen Arbeitgebers wartet.

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