12.11.2013 | Unternehmen

Bilfinger steigert operatives Ergebnis im dritten Quartal

Bilfinger muss sich für die gesteckten Ziele im vierten Quartal anstrengen
Bild: Bilfinger

Nach einem schwachen ersten Halbjahr belebte sich das Geschäft des Bau- und Industriedienstleisters Bilfinger im dritten Quartal wieder. Beim operativen Ergebnis ergab sich ein Plus von drei Prozent auf 107 Millionen Euro. Der Gewinn brach um 16 Prozent auf 48 Millionen Euro ein.

Der Auftragseingang erhöhte sich im Berichtszeitraum mit zehn Prozent deutlich. Beim Auftragsbestand ergab sich hingegen ein leichter Rückgang um ein Prozent.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) werde im laufenden Geschäftsjahr auf rund 400 (Vorjahr: 378) Millionen Euro steigen, teilte Bilfinger am Dienstag in Mannheim mit. Das bereinigte Konzernergebnis will Bilfinger auf rund 240 (Vorjahr: 231) Millionen Euro steigen. Die Leistung soll mit knapp 8,6 Milliarden Euro stabil bleiben.

Bisher hatte sich Bilfinger bei den Gewinnzielen vage gehalten. Das operative Ergebnis und das bereinigte Konzernergebnis sollten auf vergleichbarer Basis zulegen, hieß es zum Halbjahr. An der Börse standen Bilfinger-Aktien am Dienstag im frühen Handel mit Kursabschlägen von mehr als zwei Prozent unter Druck.

Da das Marktumfeld nach wie vor durch Investitionszurückhaltung und Preisdruck geprägt sei, wollen die Mannheimer das Ergebnisplus durch Leistungssteigerung im Dienstleistungsbereich sowie Kostensenkungen erreichen. Das Programm zur Steigerung der Effizienz sei angelaufen. Damit sollen die Strukturen und Prozesse in Vertrieb und Verwaltung optimiert werden. In den kommenden zwei Jahren fallen dadurch weltweit rund 1.250 Stellen weg.

Bilfinger-Chef: Trotz positiven Ergebnistrends "große Anstrengungen" im 4. Quartal erforderlich

Auch von Bauaktivitäten trennt sich der Konzern weiterhin. So will Bilfinger sein defizitäres deutsches Straßenbaugeschäft an die Betam GmbH in Frankfurt verkaufen. Auf diesem mittelständisch geprägten Markt sei Bilfinger nur eingeschränkt wettbewerbsfähig. Das Geschäft mit rund 240 Mitarbeitern erbrachte 2012 eine Leistung von rund 100 Millionen Euro. Auch die Verhandlungen über den geplanten Verkauf der Betreiber-Projekte seien "weit fortgeschritten", hieß es. Abhängig von der Zustimmung von Projektbeteiligten sei eine Abgabe einiger Projekte noch im laufenden Jahr und der verbleibenden Aktivitäten im Jahr 2014 zu erwarten. Käufer ist der britische Infrastrukturfonds BBGI.

Laut Bilfinger-Chef Roland Koch sind aber trotz des positiven Ergebnistrends im Jahresverlauf unverändert "große Anstrengungen" im vierten Quartal erforderlich, um die gesteckten Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen. Bei Industriedienstleistungen legten im dritten Quartal Leistung und Ergebnis auch organisch zu. Der Ölboom in den USA sorgte dort für Rückenwind. Im Kraftwerksgeschäft ging die Leistung hingegen zurück. So sei in Deutschland die Investitionsbereitschaft der Versorger in konventionelle Kraftwerke wegen der Unsicherheit über die Ausgestaltung der Energiewende unverändert gering. Im Bau- und Ingenieurgeschäft belasteten die Abgabe der Nigeria-Aktivitäten und ein schwaches Infrastrukturgeschäft.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienkonzern

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