10.08.2016 | Unternehmen

Bilfinger: 54 Millionen Euro Verlust im zweiten Quartal

Bilfinger hat auch im zweiten Quartal 2016 Verluste gemacht
Bild: Windorias ⁄

54 Millionen Euro Verlust: Auch im zweiten Quartal 2016 kommt der kriselnde Industriedienstleister Bilfinger nicht aus den roten Zahlen heraus. Für das Gesamtjahr 2016 hat Bilfinger erstmals eine konkrete Zahl genannt. Weil die Nachfrage im Industriegeschäft im Zuge des Ölpreisverfalls schwächelt, dürfte die Leistung im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf rund 4,1 Milliarden Euro sinken, teilte der Konzern in Mannheim mit.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) soll sich aber deutlich verbessern. 2015 hatte der Konzern bei einer Leistung von 5 Milliarden Euro einen operativen Verlust (Ebita) von 23 Millionen verbucht. Durch die Trennung von der profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungssparte schrumpft Bilfinger deutlich. Der Verkauf soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Leistung sank um 14 Prozent

Im zweiten Quartal bekamen die Mannheimer die Zurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie und ein schwaches Kraftwerksgeschäft zu spüren. Inklusive der zu verkaufenden Geschäftsteile stand unter dem Strich ein Verlust von 54 Millionen Euro, nach einem durch hohe Abschreibungen und Projektverluste bedingten Fehlbetrag von 423 Millionen ein Jahr zuvor. Auch in den künftig weitergeführten Geschäften blieb der Konzern mit einer Million Euro in der Verlustzone - nach 26 Millionen Miesen im Vorjahreszeitraum. Die Leistung sank von April bis Juni im Jahresvergleich um 14 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Auftragsbestand und Auftragseingang, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, sackten kräftig ab.

Kurs der Aktie eingeknickt

An der Börse knickte der Kurs der Bilfinger-Aktie zum Handelsstart in Frankfurt um rund ein Prozent ein. Die Papiere sind damit im bisherigen Jahresverlauf weiterhin der schwächste Wert im MDax. DZ-Bank-Analyst Thorsten Reigber zeigte sich von den Kennzahlen dennoch positiv überrascht. Die Bilfinger-Aktien blieben eine spekulative Wette auf eine Wende.

Bilfinger steckt seit Jahren in der Krise. 2015 fuhren die Mannheimer einen Rekordverlust von knapp einer halben Milliarde Euro ein. Der Chefsessel war in den vergangenen zwei Jahren ein Schleudersitz. Seit Anfang Juli führt der ehemalige Linde-Manager Tom Blades den Konzern.

Rückblick: So lief das Jahr 2015

Im Jahr 2015 fuhr Bilfinger einen Rekordverlust von 489 Millionen Euro ein. Die Leistung erhöhte sich im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 6,48 Milliarden Euro. Auftragseingang und Auftragsbestand, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, legten jeweils zweistellig zu. Ein Jahr zuvor war der Konzern erstmals seit 1998 mit 71 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht.

Lesen Sie mehr:

Bericht: EQT will ehemalige Bilfinger-Immobilien-Sparte abstoßen

Bilfinger managt weitere Objekte für Union Investment

Unternehmen: Bilfinger handelt Gewerbeimmobilien für eine Milliarde Euro

Schlagworte zum Thema:  Unternehmen, Bilanz

Aktuell

Meistgelesen