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Berlin: Filetgrundstücke am Checkpoint Charlie sollen versteigert werden

Am 10. Mai sollen die beiden noch unbebauten Berliner Filetgrundstücke am Checkpoint Charlie am Amtsgericht Mitte zwangsversteigert werden. Der Verkehrswert beträgt insgesamt rund 14,4 Millionen Euro.

Die Berliner CDU fordert eine würdevolle Lösung für die Nutzung der Grundstücke am Checkpoint Charlie. "So ein historischer Ort darf nicht an irgendeinen Investor durch Zwangsvollstreckung verscherbelt werden", sagte der Vorsitzende der Berliner Landesgruppe in der Unions-Bundestagsfraktion, Kai Wegner, der "Berliner Morgenpost" (Sonntag).

An einer "würdevollen Nutzung" des Checkpoint Charlie, als ehemaliger Grenzübergang der Alliierten und Diplomaten einer der Hauptattraktionen für Touristen in Berlin, solle sich auch der Bund beteiligen, forderten Wegner und seine Parteikollegin Monika Grütters. Die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag und Wegner verlangten außerdem, dass "der Bund gemeinsam mit dem Land Berlin prüfen und diskutieren sollte, was man auf diesem historischen Boden machen will".

Grütters: "Allzu nonchalent"

Grütters warf dem rot-schwarzen Senat angesichts der bevorstehenden Zwangsversteigerung vor, "allzu nonchalant" die Entwicklungen abgewartet habe. Wegner kritisierte die jetzige Nutzung der Fläche. "Bereits heute wird der Checkpoint Charlie durch die Brachfläche, die Bretterbuden mit Fast Food und dem unsäglichen DDR-Kitsch missbraucht", monierte der CDU-Politiker.

Nach Medienberichten soll der jetzige Eigentümer der beiden Grundstücke finanzielle Probleme haben. Ob der Bund allein oder zusammen mit Berlin die Flächen kaufen sollte, ließen die CDU-Politiker offen.

Museum des Kalten Krieges?

Auf einem der Grundstücke will Berlin eigentlich bis 2015/2016 ein Museum des Kalten Krieges einrichten. Zuvor soll dort Mitte dieses Jahres ein Informationspavillon zur Teilung Berlins eröffnet werden. Der Sprecher der Senatskulturverwaltung, Torsten Wöhlert, äußerte sich in Medienberichten gelassen, was die Umsetzung der Pläne angeht.

Am Checkpoint Charlie standen sich im Jahr 1961 nach dem Mauerbau sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber - die Bilder gingen um die Welt. Heute strömen vor allem Touristen an den früheren Grenzkontrollpunkt.

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