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Schwarz/Widmann/Radeisen, UStG § 3c Ort der Lieferung beim Fernverkauf

Prof. Dr. Peter Zaumseil
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1 Allgemeines

1.1 Entstehung und Entwicklung der Vorschrift; Verhältnis zum Unionsrecht

 

Rz. 1

Die durch Gesetz v. 25.8.1992[1] mWv 1.1.1993 neu in das UStG eingefügte Vorschrift des § 3c UStG i. d. F. bis zum 30.6.2021 beruhte auf Art. 28b Teil B der 6. EG-Richtlinie (jetzt Art. 33 bis 35 MwStSystRL). Sie beinhaltete eine besondere, von § 3 Abs. 6 bis 8 UStG abweichende Bestimmung des Lieferorts in den Fällen, in denen der Lieferer Gegenstände in einen anderen Mitgliedstaat der EU versendet oder befördert und der Abnehmer einen innergemeinschaftlichen Erwerb (§ 1a UStG) nicht zu besteuern hat. Unter den Bedingungen des § 3c UStG a. F. wurde der Lieferort in das Bestimmungsland verlegt.

 

Rz. 2

Durch Gesetz v. 21.12.1993[2] erfolgte mWv 1.1.1994 eine redaktionelle Anpassung. In § 3c Abs. 1 S. 1 UStG und in § 3c Abs. 3 Nr. 1 UStG wurde der bisherige Verweis auf die Zollfreigebiete in § 1 Abs. 3 UStG durch einen Verweis auf die in § 1 Abs. 3 UStG bezeichneten Gebiete ersetzt.

 

Rz. 3

Durch Gesetz v. 22.12.1999[3] wurde § 3c Abs. 3 S. 1 UStG mWv 1.1.2000 dergestalt neu gefasst, dass die Ortsverlagerung an das Ende der Warenbewegung dann eintritt, sobald im laufenden Kj. die Lieferschwelle überschritten wird. Die bisherige Regelung, nach der die Ortsverlagerung in den Bestimmungsmitgliedstaat davon abhing, dass die maßgebliche Lieferschwelle im vorangegangenen oder voraussichtlich im laufenden Kj. überstiegen wird, stand nicht im Einklang mit Art. 28b Teil B Abs. 2 der 6. EG-Richtlinie. Da die anderen Mitgliedstaaten sich insoweit exakt an die EG-rechtliche Regelung gehalten hatten, konnte es zu Doppelbesteuerungen bzw. Nichtbesteuerungen kommen.[4]

 

Rz. 4

Durch Gesetz v. 19.12.2000[5] wurde der Betrag der Lieferschwelle in § 3c Abs. 3 S. 2 Nr. 1 UStG i. d. F. bis zum 30.6.2021 mWv 1.1.2002 auf 100.000 EUR festgelegt.

 

Rz. 4a

Durch das Jahressteuergesetz 2020[6] wurde di...

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