Rn. 106
Stand: EL 190 – ET: 07/2026
Der Begriff der Unterhaltsaufwendungen in § 33a Abs 1 S 1 EStG ist enger als der in § 1610 Abs 2 BGB, der den gesamten Lebensbedarf umfasst, BFH v 18.06.1997, III R 60/96, BFH/NV 1997, 755; BFH v 05.09.1980, VI R 75/80, BStBl II 1981, 31; BFH v 28.04.1978, VI R 145/75, BStBl II 1978, 456. Nach § 33a Abs 1 EStG abziehbar sind dagegen nur typische Unterhaltsaufwendungen, BFH v 19.06.2008, III R 57/05, BStBl II 2009, 365; BFH v 22.07.1988, III R 253/83, BStBl II 1988, 830; Endert in Frotscher/Geurts, § 33a EStG Rz 13 (07/2023); Hufeld in K/S/M, § 33a EStG Rz B 1 (09/2014).
Die typischen sind von den untypischen Unterhaltsaufwendungen nach deren Anlass und Zweckbestimmung abzugrenzen. Ohne Bedeutung ist hingegen, ob sie regelmäßig oder einmalig anfallen, BFH v 19.06.2008, III R 57/05, BStBl II 2009, 365. Nach der Verwaltungsauffassung handelt es sich um die üblichen für den laufenden Lebensunterhalt bestimmten Leistungen, vgl H 33a.1 EStH 2024 "Allgemeines zum Abzug von Unterhaltsaufwendungen" iVm BMF v 15.10.2025, BStBl I 2025, 1772 Rz 11. Dazu gehören Aufwendungen für Ernährung, Kleidung, Wohnung, Hausrat, Kindergarten, Krankenversicherung (BFH v 19.06.2008, III R 57/05, BStBl II 2009, 365; BFH v 31.10.1973, VI R 206/70, BStBl II 1974, 86) und andere Versicherungen, soweit sie notwendig sind.
Unerheblich ist, ob die Aufwendungen den Grundbedarf oder darüber hinausgehende höhere Ansprüche befriedigen, BFH v 11.11.1988, III R 305/84, BStBl II 1989, 233.
Auch bei Zahlungen, die die Eltern an einen Sohn leisten, der seinen Wehrdienst ableistet oder eine Strafhaft verbüßt, können Unterhaltsaufwendungen gegeben sein, BFH v 31.07.1980, VI R 67/78, BStBl II 1981, 805; BFH v 11.11.1988, III R 305/84, BStBl II 1989, 233.
Rn. 107
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