Rn. 129
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Bei der Begriffsbestimmung geht die Rspr und die ihr folgende (noch) hM vom Prinzip der Einzelähnlichkeit aus. Da weder die freiberufliche Tätigkeit eindeutig definiert noch ein übergreifender Begriff des Katalogberufs entwickelt worden sei (BFH BStBl III 1956, 89), genügt es hiernach nicht, bei dem vorzunehmenden Ähnlichkeitsvergleich allein auf die Ähnlichkeit der Berufstätigkeit mit bestimmten, für die Katalogberufe insgesamt oder für eine Gruppe von Katalogberufen charakteristischen Merkmalen (Gruppenähnlichkeit, s Rn 132 ff) abzustellen (BFH BStBl II 1971, 319; BFH BStBl II 1973, 730; BFH BStBl II 1976, 464; BFH BStBl II 1984, 823; BFH BStBl II 1993, 235; BFH BStBl II 1995, 235; BFH BStBl II 1996, 687; BFH BStBl II 1998, 139; BFH BStBl II 2003, 27; BFH BStBl II 2003, 30; BFH BStBl II 2003, 919; BFH BStBl II 2015, 128; BFH BStBl II 2017, 908; BFH BStBl II 2019, 528; BFH BStBl II 2019, 532).
Wenn der Gesetzgeber nur ganz bestimmte und ungleichartige Katalogberufe der freiberuflichen Tätigkeit zugeordnet und dies durch die Streichung des Wortes "insbesondere" im Zuge der Erweiterung des Kataloges durch das StÄndG v 30.07.1960 (BGBl I 1960, 610) unterstrichen habe, so stehe dies einer allein aus rechtspolitischen Erwägungen empfohlenen großzügigen Auslegung zur fortlaufenden Anpassung an neu entstehende Berufe entgegen (ebenso Kempermann, FR 1990, 535; Wernsmann/Meickmann in K/K/M, § 18 EStG Rz B 263 f (05/2023); Brandt in H/H/R, § 18 EStG Rz 215 (02/2020) und Brandt, DStZ 2002, 267; ferner Stöcker in Lademann, § 18 EStG Rz 510; aA Stahl, Anm StRK EStG 74 § 18 R 508; Glanegger/Güroff, § 2 GewStG Rz 247, 254 mwN (11. Aufl 2023); Reich/Helios, BB 2002, 2534). Zur Kritik s Rn 132 ff.
Rn. 129a
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Ähnlichkeit besteht ...