Rn. 150
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Der Begriff der ärztlichen Tätigkeit bezeichnet in Anlehnung an § 1 Abs 2 HeilpraktikerG v 17.02.1939, (RGBl I 1939, 251) die Ausübung der Heilkunde, dh jede berufs- oder erwerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Prophylaxe, Feststellung (Diagnose), Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden am Menschen. Sie setzt nach allg Auffassung ärztliche Kenntnisse voraus, sei es im Hinblick auf das Ziel, die Art oder die Methode der Tätigkeit, sei es für die Feststellung, ob im Einzelfall eine Behandlung begonnen werden darf (BFH BStBl II 1977, 879 im Anschluss an BVerwGE 35, 308; zur tierärztlichen Tätigkeit BFH BStBl II 1979, 574).
Ärzte (BÄrzteO idF v 16.04.1987, BGBl I 1987, 1218), Zahnärzte (ZahnheilkundeG v 31.03.1952, BGBl I 1952, 221 idF v 16.04.1987, BGBl I 1987, 1225), Tierärzte (BundestierärzteO v 17.05.1965, BGBl I 1965, 416, idF v 20.11.1981, BGBl I 1981, 1193) bedürfen zur Ausübung der Heilkunde der Approbation, die nach der ebenfalls gesetzlich geregelten Ausbildung erteilt wird.
Rn. 151
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Zur Berufsgruppe der Ärzte iSd Vorschrift gehören nicht nur die praktizierenden Ärzte, die sich in ihrer praktischen Berufsarbeit vorwiegend der Heilbehandlung widmen, sondern auch die Ärzte, die, ohne eine Heilbehandlung durchzuführen, als praktische Berufsarbeit für Gerichte und Versicherungsanstalten laufend ärztliche Gutachten oder Atteste über den Gesundheitszustand der von ihnen untersuchten Personen in Rentenfeststellungsverfahren uä Verfahren erstellen (vgl BFH BStBl II 1977, 31; BFH BStBl II 1982, 118; BFH BStBl II 1982, 253; BFH BStBl II 2000, 554; BFH BStBl II 2007, 412; s Rn 49, 50).
Die begründete Attestierung des Gesundheitszustands ist eine typisch praktische Berufstätigkeit des Arztes ...