Rn. 81a
Stand: EL 171 – ET: 02/2024
Vergütungen für vorgesellschaftliche Leistungen des Gesellschafters (erbracht vor Eintritt in die PersGes als Mitunternehmer) werden von Wortlaut und Zweck des § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG nicht erfasst, sondern nur Entgelte für Leistungen während der Zugehörigkeit zur Gesellschaft: BFH BStBl II 1994, 250. Fälligkeit und Zahlungszeitpunkt sind unerheblich: BMF BStBl I 1978, 8 Tz 84; BFH BStBl II 1981, 310; 1979, 673; 1977, 798.
Das bedeutet:
| (1) |
keine gewinnerhöhende Auflösung von vor Umwandlung einer GmbH in eine PersGes gebildeten Pensionsrückstellungen, soweit sie bis zum Zeitpunkt der Umwandlung auf eine PersGes gebildet wurden (BMF BStBl I 1986, 164 Tz 26; BFH BStBl II 1981, 422) |
| (2) |
Vergütungen für eine Diensterfindung bleiben abzugsfähig, wenn der ArbN später als Gesellschafter in das Unternehmen des ArbG eintritt (BFH BStBl II 1976, 746) |
| (3) |
Forderungen an die PersGes aus vorgesellschaftlicher Zeit werden nicht ohne weiteres steuerliches EK (BFH BStBl II 1979, 673); aber s Rn 86 bei Stundung. |
Nachträgliche Vergütungen (zB nach dem Ausscheiden geleistete betriebliche Pensionszahlungen iSv § 24 Nr 2 EStG) sind gemäß § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1 Hs 2 EStG iVm § 15 Abs 1 S 2 EStG – S 2 eingefügt durch das StBerG vom 19.12.1985 – den während der Zugehörigkeit zur PersGes bezogenen Sondervergütungen gleichstellt und sind einem begünstigten ehemaligen Gesellschafter oder
dessen Rechtsnachfolger (Witwe/r) als Sonder-BE zuzurechnen. Sie zählen zum Gesamtgewinn der Mitunternehmerschaft (s BFH vom 06.03.2014, BStBl II 2014, 624 und s Rn 85d) und auch zum Gewerbeertrag. Ein Teil des Gesamtgewinns der Mitunternehmerschaft kann somit Personen zuzurechnen sein, die nicht Gesellschafter sind, und wird dennoch in die einheitliche und gesonderte Gewinnfestste...