Katharina Wagner
, Dr. Klaus J. Wagner
Schrifttum
Kapp, Die Tatbestandsberichtigung nach § 108 FGO, BB 1983, 190;
Rößler, Der Antrag auf Tatbestandsberichtigung nach Maßgabe des BFH, NJW 2004, 266.
Tz. 1
Stand: 22. Auflage – ET: 10/2018
Die Berichtigung von Fehlern in der Darstellung des Tatbestandes – nicht auch der Entscheidungsgründe – erspart die – bei Entscheidungserheblichkeit – sonst u. U. erforderliche Aufhebung des Urteils auf Revision unter Zurückverweisung der Sache an das Finanzgericht. Denn der BFH kann in tatsächlicher Hinsicht nur das berücksichtigen, was sich aus dem FG-Urteil (oder dem Sitzungsprotokoll; s. § 314 ZPO) ergibt (§ 118 Abs. 2 FGO). Die aus § 314 ZPO i. V. m. § 155 FGO herzuleitende Beweiswirkung des Tatbestandes gilt jedoch nicht für ein im schriftlichen Verfahren gem. § 90 Abs. 2 FGO ergangenes Urteil bzw. einen nach § 90a Abs. 1 FGO mit Urteilswirkung ausgestatteten Gerichtsbescheid (st. Rspr., u. a. BFH v. 01.12.1982, I R 75/82, BStBl II 1983, 227; BFH v. 27.04.2009, II B 173/08, BFH/NV 2009, 1272 m. w. N., a. A. Brandis in Tipke/Kruse, § 108 FGO Rz. 2). Auf der anderen Seite können Mängel des Tatbestandes nicht mit der NZB gerügt werden (BFH v. 12.01.2012, II S 9/11, BFH/NV 2012, 709; BFH v. 23.10.2013, IX B 68/13, BFH/NV 2014, 174). Die Abgrenzung zwischen der Möglichkeit der Tatbestandsberichtigung und der Rüge fehlender Sachaufklärung durch das FG kann schwierig sein. Die Grenze zwischen fehlerhafter Sachverhaltsdarstellung und fehlender Sachverhaltsermittlung ist gelegentlich fließend.
Tz. 2
Stand: 22. Auflage – ET: 10/2018
Für eine Tatbestandsberichtigung kommen nur solche Umstände in Betracht, die außer Streit stehen, eine Beweisaufnahme kann nicht mehr stattfinden. Ebenso wenig kann auf diese Weise mangelnde Sachverhaltsaufklärung nachgeholt oder der Sachvortrag ergänzt wer...