Harald Kinne
, Klaus Schach
1 Bisherige Rechtslage
1.1 Umlagevoraussetzung
Rz. 1
Bisher konnte der Vermieter nicht einseitig von Eigen- auf Fremdversorgung (Wärmecontracting) umstellen und den gesamten Wärmepreis inklusive Anteile für Instandhaltung, Abschreibung, Gewinne und Ähnliches umlegen (BGH, VIII ZR 54/04, GE 2005, 664; KG, Beschluss v. 13.2.2007, 8 U 159/06, GE 2007, 444; AG Berlin-Wedding, Urteil v. 14.1.2010,22a C 180/99, Juris; AG Berlin-Wedding, Urteil v. 26.2.2004, 21a C 267/03, GE 2004, 693; AG Dortmund, Urteil v. 19.6.2012,425 C 1232/12, WuM 2012, 450). Wollte der Vermieter von Wohnraum während eines laufenden Mietverhältnisses den Betrieb der vorhandenen Heizungsanlage auf einen Dritten übertragen ("Wärmecontracting"), bedurfte es hierfür der Zustimmung des Mieters, wenn eine ausdrückliche Regelung darüber im Mietvertrag fehlte und dem Mieter dadurch zusätzliche Kosten auferlegt werden sollten (BGH, Urteil v. 15.3.2006, VIII ZR 153/05, GE 2006, 838). Eine mietvertragliche Klausel, dass der Mieter die Kosten der gewerblichen Wärmelieferung zu tragen hat, genügte zur Überwälzung der Kosten des Wärmecontractings nach § 2 Nr. 4c BetrKV (BGH, Beschluss v. 8.2.2011, VIII ZR 145/10, WuM 2011, 219 = GE 2011, 609; AG Berlin-Charlottenburg, Urteil v. 2.12.2010, 220 C 94/10, GE 2011, 207).
Unproblematisch war die vollständige Umlagefähigkeit der Wärmelieferungskosten aufgrund einer entsprechenden Vereinbarung bereits bei Abschluss des Mietvertrags (LG Berlin, Urteil v. 2.4.2012, 67 S 231/11, GE 2012, 956; LG Berlin, Urteil v. 18.8.2005, 62 S 162/05, GE 2006, 57; AG Berlin-Mitte, Urteil v. 7.9.2005, 5 C 577/04, GE 2005, 1253; Schach, GE 2004, 668), die die Umstellung der Wärmeerzeugung durch den Vermieter auf Wärmelieferung durch einen Dritten ausdrücklich vorsah.
Insoweit reichte die Vereinbarung im Mietvertrag über die Wärmeversorgung dur...