Rz. 34
Sowohl bei der Abrechnung über die Vorauszahlungen für Betriebskosten (§ 556 Abs. 3 Satz 1) als auch bei Erhöhung der Betriebskostenpauschale (§ 560 Abs. 5) ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit bezeichnet die vertragliche Nebenpflicht des Vermieters, bei Maßnahmen und Entscheidungen, die Einfluss auf die Höhe der vom Mieter zu tragenden Betriebskosten haben, auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis Rücksicht zu nehmen (BGH, Urteil v. 20.5.2026, VIII ZR 6/24, GE 2026, 601; Urteil v. 5.10.2022, VIII ZR 117/21, NJW-RR 2022, 1593 Rn. 36; Urteil v. 25.1.2023, VIII ZR 230/21, NJW-RR 2023, 373 Rn. 27; Urteil v. 6.7.2011, VIII ZR 340/10, GE 2011, 1225; BGH, Urteil v. 13.10.2010, XII ZR 129/09, NJW 2010, 3647; BGH, Urteil v. 28.11.2007, VIII ZR 243/06, GE 2008, 116; OLG Rostock, Urteil v. 17.10.2013, 3 U 158/06, GE 2014, 1060; OLG Düsseldorf, Urteil v. 27.3.2012, 24 U 123/11; OLG Brandenburg, Urteil v. 4.7.2007, 3 U 38/07, WuM 2007, 510; AG Berlin-Wedding, Urteil v. 17.1.2024, 7 C 554/22, GE 2024, 453; AG Rostock, Urteil v. 24.2.2012,41 C 385/11, WuM 2012, 274).
3.4.1 Regelungsbereich
Rz. 35
Für den bis zum 31.12.2001 öffentlich geförderten Wohnraum gilt § 20 Abs. 1 Satz 2 NMV, wonach nur diejenigen Kosten umgelegt werden dürfen, "die bei gewissenhafter Abwägung aller Umstände und bei ordentlicher Geschäftsführung gerechtfertigt sind." Auch für preisfreien Wohnraum – und damit auch für früher preisgebundenen Wohnraum, der bis zum 3.10.1990 errichtet worden ist, in den neuen Bundesländern – kann auf diese Bestimmung zurückgegriffen werden (BGH, Urteil v. 13.10.2010, XII ZR 129/09, a. a. O.; vgl. ferner von Seldeneck, Rn. 2602 m. w. N.; Beyer, NZM 2007, 1, 2). Der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz gilt auch bei der Vermietung einer Eigentumswohn...