Rz. 133
Bei deterministischen Produkten (wie z. B. Termingeldern) sind die Zahlungsströme – bei Annahme vertragskonformen Verhaltens – hinsichtlich der Höhe und der Laufzeit vorab vollständig bekannt. Bei nicht-deterministischen Produkten (wie z. B. Kreditlinien) kann zwar ein bestimmter Verlauf der Zahlungsströme modelliert werden. Es verbleibt jedoch eine gewisse und in Relation zu deterministischen Produkten vergleichsweise hohe Unsicherheit durch eine mögliche Abweichung von diesem Verlauf, wodurch die Liquiditätspuffer belastet werden können.
Rz. 134
Wie eingangs dieses Moduls bereits erläutert, können die erwarteten Zahlungsströme als "Liquidität" und die unerwarteten Zahlungsströme (also die Abweichungen von den erwarteten Zahlungsströmen) als "Liquiditätsrisiko" interpretiert werden. Mit Blick auf diese Abgrenzung können die erwarteten Zahlungsströme im "Liquiditätsbuch" und die unerwarteten Zahlungsströme im "Liquiditätsrisikobuch" gesammelt werden. Da im Rahmen des Liquiditätsmanagements normalerweise keine direkte Zuordnung zwischen konkreten Aktiva und Passiva erfolgt, werden die Liquidität und die Liquiditätsrisiken durch eine zentrale Stelle, wie z. B. das Liquiditätsmanagement, das Aktiv-Passiv-Management oder die Treasury (→ BTO Tz. 4) im Rahmen einer Poollösung verwaltet. Weil die liquiden Mittel i. d. R. von unterschiedlichen Organisationseinheiten eingeworben bzw. verbraucht werden, fungiert das zentrale Liquiditätsmanagement quasi als Intermediär zwischen den mitteleinwerbenden und den mittelverbrauchenden Einheiten.
Rz. 135
Für die erwarteten Zahlungsströme kann, wie im Folgenden kurz dargestellt, ein Transferpreis gezahlt bzw. vergütet und für die unerwarteten Zahlungsströme eine Risikoprämie verlangt werden: Die mitteleinwerbenden Einheiten...