Rz. 109
Für ein effektives Liquiditätsrisikomanagement ist aus Sicht des BCBS in erster Linie die Erhaltung des Marktzuganges entscheidend, da er sich auf die Fähigkeit zur Mittelbeschaffung (passivische Liquiditätsgenerierung) und zur Liquidierung von Vermögensgegenständen (aktivische Liquiditätsgenerierung) gleichermaßen auswirkt. Die Geschäftsleitung sollte deshalb sicherstellen, dass der Marktzugang aktiv gesteuert und überwacht wird. Die Steuerung des Marktzuganges kann etwa die Erschließung von neuen Märkten zum Verkauf von Vermögenswerten oder den Ausbau von bereits bestehenden Verträgen umfassen, mit deren Hilfe ein Institut auf besicherter oder unbesicherter Basis Mittel aufnehmen kann.
Rz. 110
Ein Institut sollte auf den Refinanzierungsmärkten laufend Präsenz zeigen und zu den relevanten Refinanzierungspartnern eine intensive Beziehung pflegen, um so eine effektive Diversifikation der Refinanzierungsquellen zu fördern. Dies erfordert ein anhaltendes Engagement und Investment in angemessene und geeignete Infrastrukturen, Prozesse und ebenso in die Sammlung von Informationen. In der Regel kann auf derartige Märkte ansonsten nicht rechtzeitig zugegriffen werden. Zudem kann die Aufnahme von Verkaufsklauseln in Kreditverträgen und die regelmäßige Nutzung bestimmter Märkte die Fähigkeit eines Institutes zum Verkauf von Vermögenswerten an verschiedene Geschäftspartner in Stresssituationen verbessern. Dabei sollte ein Institut einen kompletten Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen für potenzielle Veräußerungen haben und sicherstellen, dass die Verträge zuverlässig und rechtlich abgesichert sind.
Rz. 111
Ein Institut sollte belastbare Beziehungen zu aktuellen und potenziellen Refinanzierungsquellen, einschließlich der Zentralbank, identifizieren, aufbaue...