2.4.1 Beispiele für relevante Wechselwirkungen
Rz. 48
Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Risikoarten sollten beim Frühwarnverfahren für Liquiditätsengpässe berücksichtigt werden. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass zwischen den Liquiditätsrisiken und anderen Risikoarten ein enger Zusammenhang aufgrund deren potenzieller Wirkungen auf Zahlungsstromebene besteht. Dieser Zusammenhang ergibt sich bereits aus der Definition der Liquiditätsrisiken, indem das Marktliquiditätsrisiko häufig als eine Form des Marktrisikos angesehen und entsprechend behandelt wird (→ BTR 2). Eine erste Indikation, wie sich andere Risiken auf die Liquidität des Institutes auswirken können, liefert die regelmäßig und anlassbezogen durchzuführende Risikoinventur. In deren Rahmen ist u. a. zu prüfen, welche Risiken die Liquiditätslage wesentlich beeinträchtigen können (→ AT 2.2 Tz. 2).
Rz. 49
Auch nach Ansicht des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) sollten die Institute sowohl ein gründliches Verständnis über den engen Zusammenhang zwischen dem Refinanzierungsrisiko und dem Marktliquiditätsrisiko als auch über die starken Wechselwirkungen zwischen den Liquiditätsrisiken und anderen Risikoarten, denen ein Institut ausgesetzt ist, besitzen. Reputationsrisiken und andere Risikoarten werden hierbei ausdrücklich als Beispiele genannt, die das Liquiditätsprofil eines Institutes beeinflussen können. Liquiditätsrisiken können insbesondere aus vermeintlichen oder tatsächlichen Schwächen, Fehlern oder Problemen beim Management anderer Risikoarten resultieren. Deshalb sollten Ereignisse mit Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Marktes und der Öffentlichkeit über die Bonität eines Institutes frühzeitig identifiziert und entsprechende Maßnahmen zur Reaktion auf ebenjene definiert und vorbereitet werden.
Rz. 50
Zum Marktrisiko besteht...