Rz. 82
Unter anderem wird ein sogenanntes "Silodenken" als einer der Gründe für die Finanzmarktkrise angeführt. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht erwartet daher, dass die Institute organisatorische "Silos" vermeiden, die eine effektive Weitergabe von Informationen erschweren und zu Entscheidungen führen, die isoliert vom Rest der Bank getroffen werden. Die zum großen Teil mit der fünften MaRisk-Novelle ergänzten Vorgaben für eine angemessene Risikodatenaggregation (→ AT 4.3.4) und Risikoberichterstattung (→ BT 3) sind hierfür wichtige Werkzeuge. Damit Institute Sachverhalte und Risiken auch bereichsübergreifend betrachten können, bedarf es eines offenen Dialoges zwischen den Beteiligten. Dabei kommt es sowohl auf die Kommunikation auf vertikaler Ebene, also zwischen dem Aufsichtsorgan und der Geschäftsleitung sowie der Geschäftsleitung bzw. den leitenden Angestellten und den Mitarbeitern, als auch auf den kritischen Dialog zwischen verschiedenen Organisationseinheiten und Funktionen eines Institutes oder einer Gruppe an.
Rz. 83
Auch hier zeigt sich wieder, dass die vier Indikatoren miteinander verbunden sind. Denn auch für die gewünschte Kommunikation ist eine entsprechende Leitungskultur wichtig. Offene Kommunikation und kritischer Dialog sollten den Mitarbeitern vorgelebt werden. Den Mitarbeitern sollte es auf diese Weise leicht gemacht werden, "ihre Hand zu heben", um alternative Sichtweisen, konstruktive Anregungen bzw. Kritik aussprechen zu können, ohne negative Folgen fürchten zu müssen. Darüber hinaus dürfen Verstöße gegen externe oder interne Vorgaben nicht aus Angst vor Konsequenzen, wie z. B. disziplinarische Maßnahmen oder soziale Ausgrenzung durch Kollegen, verschwiegen oder verheimlicht werden, sondern sollten offen kommuniziert werden können. Die ...