Lars Leibner
, Ewald Dötsch
Tz. 278
Stand: EL 118 – ET: 05/2025
Bei Bestehen einer Organschaft stellt sich, je nachdem, ob die Beteiligung am OT oder an einer OG erworben wird, die Frage, auf welche stillen Reserven in welcher Gesellschaft es für die Anwendung des § 8c Abs 1 S 5 KStG ankommt. Nach umstr Verw-Auff (s Rn 59 des BMF-Schr v 28.11.2017) ist auch in Organschaftsfällen für jede Verlustgesellschaft gesondert zu prüfen, in welcher Höhe stille Reserven vorhanden sind. Danach sind stille Reserven im BV der OG nicht beim OT zu berücksichtigen, und zwar auch nicht für GewSt-Zwecke (krit hierzu s Schneider/Bleifeld/Butler, DB 2018, 464, 467).
Bei einem unmittelbaren oder mittelbaren schädlichen Beteiligungserwerb an einer OG kommt es für die Anwendung des § 8c Abs 1 S 5–8 KStG auf deren eigene stille Reserven an. Bedeutung hat dies nur für die Nutzung von Verlusten des lfd Wj (bei unterjährigem schädlichen Beteiligungserwerb) und für die Nutzung eines noch nicht verbrauchten vororganschaftlichen Verlustvortrags (s Rn 60 des BMF-Schr v 28.11.2017; s auch Tz 180). Zur Verlustrettung beim OT ist, wie bereits erwähnt, nur auf die stillen Reserven in seinem eigenen BV abzustellen (s Rn 59 S 2 des BMF-Schr v 28.11.2017).
Nahezu das gesamte Fachschrifttum (s Bien/Wagner, BB 2009, 2627, 2631; s Sistermann/Brinkmann, DStR 2009, 2633, 2636; s Scheunemann/Dennisen/Behrens, BB 2010, 23, 29; s Dörr, NWB 2010, 184, 197; s Eisgruber/Schaden, Ubg 2010, 73, 84; s Schnitger/Rometzki, Ubg 2013, 1, 3; s Hunkenschröder/Kellersmann/Zwirner, DK 2013, 531; s Ritzer/Stangl, DStR 2014, 977, 985; s Suchanek/Rüsch, DStZ 2014, 419, 426, s Schneider/Sommer, FR 2014, 537, 544; s Fuhrmann/Hoffmann, DB 2014, 738, 741; s Adrian/Weiler, BB 2014, 1303, 1311; und s Seer, FR 2015, 729) kritisiert die Verw-Auff und hält es für sachgere...