Lars Leibner
, Ewald Dötsch
Tz. 26
Stand: EL 104 – ET: 12/2021
Wie die Frage der Ausschlussfrist bei der Antragstellung (s Tz 24) war auch die Möglichkeit einer späteren Rücknahme des Antrags umstritten. Die ges Regelung des § 8d KStG selbst äußert sich – anders als zB § 32d Abs 2 Nr 3 S 5 ff EStG – nicht dazu, ob der Antrag iSd § 8d Abs 1 S 5 KStG widerruflich ist. Andererseits ist aber auch nicht ausdrücklich geregelt, dass der Antrag unwiderruflich ist.
Unterschiedliche Auff in der Lit:
Da es sich um ein stliches Gestaltungsrecht handelt, kann uE – wie im UmwStR (s UmwSt-Erl 2011, Schr des BMF v 11.11.2011, BStBl I 2011, 1314 Rn 03.29 u 13.10) der Antrag nicht nachträglich zurückgenommen werden (glA s Förster/von Cölln, DStR 2017, 8, 10; s Dörr/Reisich/Plum, NWB 2017, 573, 579; s Neumann/Heuser, GmbHR 2017, 281, 285; und s Noël, GmbH-StB 2017, 86, 88). Nach Auff von Herkens (s GmbHR 2018, 405, 408) besteht ebenfalls keine Möglichkeit eines Widerrufs, da aufgr der Formstrenge des § 8d Abs 1 S 5 KStG (s Tz 24) die urspr St-Erklärung keiner Berichtigung zugänglich ist.
AA s Neyer (BB 2017, 415, 417 und DStR 2018, 2245, 2247) und s Suchanek/Rüsch (GmbHR 2018, 57, 62), nach deren Auff eine Rücknahme bis zur Bestandskraft der St-Festsetzung zuzulassen ist, da § 8d KStG eine Begünstigungsregelung enthält. Danach ist auch bei § 8d KStG die allgemeine Regel anzuwenden, wonach (Antrags-)Wahlrechte, die keiner zeitlichen Beschränkung unterliegen, solange geändert werden können, wie die entspr St-Bescheide nicht formell und materiell bestandskräftig sind (s auch Urt des BFH v 09.12.2015, BStBl 2016 II, 967). GlA s Fechner/Zündorf (DStRK 2020, 160) und s Olbing (Stbg 2019, 312). Auch Heerdt (s DStR 2018, 653 sowie DStR 2019, 198, 200) spricht sich für eine Rücknahmemöglichkeit aus, da es sich sE bei dem Antrag na...