Tz. 61
Stand: EL 123 – ET: 06/2026
Die StBefreiung gem § 8b Abs 1 S 1 und 5 KStG schlägt nicht automatisch auf die GewSt durch. Nach § 8 Nr 5 GewStG sind die Bezüge iSd § 8b Abs 1 KStG ab dem EHZ 2001 bei der GewSt wieder hinzuzurechnen, soweit die Voraussetzungen des § 9 Nr 2a oder 7 GewStG nicht vorliegen. Hierbei stellt § 8 Nr 5 GewStG nur abstrakt auf die Vorausetzungen des § 9 Nr 2a oder 7 GewStG ab (s Beschl des BFH v 09.11.2011, BFH/NV 2012, 449 und v 30.05.2014, BFH/NV 2014, 1402; weiter s Urt des BFH v 16.04.2014, BStBl II 2015, 303). Dazu auch s Herlinghaus (in R/H/N, 2. Aufl, § 8b KStG Rn 67), s Gosch (in Gosch, 4. Aufl, § 8b Rn 75) und s Rödder/Schumacher (DStR 2002, 105, 108). Wegen der Kritik am Wortlaut der Vorschrift s Haas (DB 2002, 549), s Prinz/Simon (DStR 2002, 149), s Ritzer/Stangl (INF 2002, 131, 134), s Heurung/Engel/Seidel (DB 2010, 1551) und s Watermeyer (GmbH-StB 2002, 200). Scheffler (DB 2003, 680, 685) sieht in § 8 Nr 5 GewStG eine Begünstigung der Veräußerung des Anteils gegenüber der GA.
Prinz/Simon (DStR 2002, 149, 150) sehen in der Anwendung des § 8 Nr 5 GewStG auf vor dem 20.12.2001 gefasste Gewinnverteilungsbeschlüsse eine verfassungswidrige Rückwirkung. Das BVerfG (s Beschl des BVerfG v 10.10.2012, BStBl II 2012, 932) sieht hingegen nur bei Vorabausschüttungen, die bis zum 11.12.2001 beschlossen und zugeflossen sind, eine verfassungsrechtlich unzulässige Rückwirkung. Für nach dem 11.12.2001 (Veröffentlichung der Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses an den BT) beschlossene oder abgewickelte Vorabausschüttungen liegt hingegen eine nicht zu beanstandende unechte Rückwirkung vor. Bei Dividendenerträgen durch eine Fondsanlage ist nach uE zutr Verw-Auff dabei der (fiktive) Zuflusszeitpunkt auf Anlegerebene und nicht der Zuflusszeitpun...