Joachim Patt
, Fabian Bernhagen
Tz. 119
Stand: EL 118 – ET: 05/2025
MU ist diejenige natürliche Pers, Kö oder Pers-Ges, die aufgr eines Gesellschaftsvertrags oder eines damit wirtsch vergleichbaren Gemeinschaftsverhältnisses MU-Initiative entfalten kann und MU-Risiko trägt (grds s Urt des BFH v 25.06.1984, BStBl II 1984, 751, 769f und v 03.05.1993, BStBl II 1993, 616, unter C.III.6.a). Der Begriff des MU iSd § 20 Abs 1 UmwStG ist ebenso wie der in § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1 EStG verwendete Begriff als Typusbegriff zu verstehen, der im zu beurteilenden Einzelfall iRe Gesamtwürdigung der Umstände durch eine Anzahl von Merkmalen umschrieben wird (ständige Rspr; zB s Urt des BFH v 03.11.2015, BStBl II 2016, 383 unter Rn 19; s Wacker, in Schmidt, 43. Aufl, § 15 EStG Rn 261). Nach diesem Verständnis sind (zivilrechtlicher) "Gesellschafter einer Pers-Ges" und (stlicher) "MU" nicht annährend deckungsgleich. Nach ständiger Rspr des BFH ist nämlich nicht jeder zivilrechtliche Gesellschafter einer Pers-Ges zugleich auch MU (s Tz 120 aE). Andererseits geht der stliche Begriff des MU weit über die Fälle der bloßen Gesellschafterstellung hinaus (Aufzählung von Bsp s Tz 117).
Die Merkmale des MU-Risikos und der MU-Initiative müssen beide vorliegen, sie können aber im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt sein (dh in bestimmten Grenzen ist eine Kompensation möglich; ständige Rspr, zB s Urt des BFH v 01.08.1996, BStBl II 1997, 272, unter II.1.b und v 03.11.2015, BStBl II 2016, 383 unter Rn 22). Ein Merkmal darf deshalb nicht vollständig entfallen.
Die Kriterien für die Annahme einer freiberuflichen MU-Schaft unterscheiden sich nicht von denen einer gew MU-Schaft (ständige Rspr, zB s Urt des BFH v 10.10.2012, BStBl II 2013, 79 unter Rn 20 und v 03.11.2015, BStBl II 2016, 383 unter Rn 20).
2.2.4.2.1 Mitunternehmerschaft nur bei Gesellschaftsverhältnis
Tz. 120
Stand: EL 118 – ET: 05/2025
...