Joachim Patt
, Fabian Bernhagen
Tz. 116
Stand: EL 118 – ET: 05/2025
Gegenstand einer Sacheinlage gem § 20 Abs 1 UmwStG kann auch "ein MU-Anteil" sein. Der Begriff des MU-Anteils ist weder im UmwStG noch im UmwSt-Erl 2025 definiert oder erläutert. Es handelt sich um einen stlichen Begriff, der nicht deckungsgleich mit einem Gesellschafts- oder Geschäftsanteil ist. Folglich ist auf die Auslegungskriterien zu den §§ 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1, Nr 3 und 16 Abs 1 S 1 Nr 2 und 3 EStG zurückzugreifen. MU-Anteil ist die Beteiligung an einer MU-Schaft. Es kann sich dabei um eine gew MU-Schaft einer inl oder ausl "Pers-Ges" iSd § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1 EStG, eine MU-Schaft der L + F (s §§ 13 Abs 7 iVm 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1 EStG) oder um eine freiberufliche MU-Schaft (Anteil am Vermögen, das der selbständigen Arbeit dient, s § 18 Abs 3 S 1 EStG) handeln (einhellige Auff: s Schmitt, in S/H, 10. Aufl, § 20 UmwStG Rn 133; s Herlinghaus, in R/H/vL, 3. Aufl, § 20 UmwStG Rn 159; s Menner, in H/M/B, 6. Aufl, § 20 UmwStG Rn 120).
Die Frage der MU-Stellung einer natürlichen Pers, Kö oder Pers-Ges ist weder im EStG ges definiert noch in der zu den §§ 15, 16 EStG ergangenen Rspr abschließend aufgezählt. Der Begriff des MU-Anteils ist ein rein stlicher Begriff. Die MU-Schaft kann nur im Einzelfall unter wertender Betrachtung der besonderen Umstände und der von der Rspr aus § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1 EStG abgeleiteten Merkmale bestimmt werden (MU als Typusbegriff; Voraussetzungen: gesellschaftliche Verbundenheit mit anderen Pers oder Kö oder wirtsch vergleichbare Verhältnisse, gemeinsamer Betrieb, MU-Risiko, MU-Initiative, Gewinnerzielungsabsicht; s Tz 119ff). Bei einer freiberuflichen MU-Schaft muss noch hinzukommen, dass sämtliche natürlichen Pers die pers Voraussetzungen einer freiberuflichen Tätigkeit (s § 18 Abs 1 EStG) erfüllen (s ...