Ewald Dötsch
, Alexandra Pung
Tz. 1003
Stand: EL 110 – ET: 06/2023
Gem § 14 Abs 3 S 1 KStG gelten Mehrabführungen, die ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit haben, stlich als GA der OG an den OT. Die OG hat KapSt einzubehalten (s Tz 1009); zusätzlich fällt SolZ an. Eine in vororganschaftlicher Zeit verursachte Mehrabführung stellt auch eine Leistung iSd § 38 Abs 1 S 3 KStG dar (s Beschl des BFH v 06.06.2013, BStBl II 2014, 398, nachfolgend s Beschl des BVerfG v 14.12.2022, BGBl I 2023 Nr 93 und DStR 2023, 683 Rn 122; weiter s Beschl des BFH v 27.11.2013, BStBl II 2014, 651, nachfolgend s Beschl des BVerfG v 14.12.2022, BGBl I 2023 Nr 93 und DStR 2023, 683 Rn 122).
Beim OT ist je nach dessen Rechtsform § 8b Abs 1 S 1 KStG oder § 3 Nr 40 Buchst d iVm § 3c Abs 2 EStG anzuwenden, dh die Mehrabführungen sind zu 95 % bzw zu 40 % stfrei. Die in vororganschaftlicher Zeit verursachte Mehrabführung wird nach § 14 Abs 3 S 1 KStG auch dann zu 100 % dem OT als Kap-Ertrag zugerechnet, wenn er nicht Alleingesellschafter der OG ist; eine anteilige Zurechnung an außenstehende AE unterbleibt (glA s Frotscher, in F/D, § 14 KStG Rn 773).
Tz. 1004
Stand: EL 110 – ET: 06/2023
Gem § 14 Abs 3 S 2 KStG sind Minderabführungen, die ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit haben, stlich als Einlage durch den OT in die OG zu behandeln. Beim OT ergibt sich daraus eine entspr Aufstockung des Beteiligungsansatzes der OG-Beteiligung. Bei der OG ergibt sich gem § 27 Abs 1 (nicht: Abs 6) KStG ein Zugang beim stlichen Einlagekonto. Bei mittelbarer Organschaft muss uE der OT die Beteiligung an der vermittelnden Gesellschaft und diese die Beteiligung an der OG aufstocken (s Tz 994; glA s Rödder/Joisten, in R/H/N, § 14 KStG Rn 628).
Tz. 1005
Stand: EL 110 – ET: 06/2023
Wie bereits erwähnt (s Tz 967), gilt die in § 14 Abs 3 KStG geregelte s...