Sie verwenden eine veraltete Browser-Version. Dies kann unter Umständen zu Einschränkungen in der Funktion sowie Darstellung führen. Daher empfehlen wir Ihnen, einen aktuellen Browser wie z.B. Microsoft Edge zu verwenden.
Personal
Steuern
Finance
Immobilien
Controlling
Themen
Öffentlicher Dienst
Recht
Arbeitsschutz
Sozialwesen
Sustainability
Haufe.de
Shop
Service & Support
Newsletter
Kontakt & Feedback
Login

Personal Steuern Finance Immobilien Controlling Öffentlicher Dienst Recht Arbeitsschutz Sozialwesen
Immobilien
Controlling
Öffentlicher Dienst
Recht
Arbeitsschutz
Sozialwesen
Sustainability
Themen

BFH Beschluss vom 11.09.2007 - III B 70/06 (NV) (veröffentlicht am 31.10.2007)

Anmelden und Beitrag in meinem Produkt lesen
 

Entscheidungsstichwort (Thema)

Geringwertige Wirtschaftsgüter

 

Leitsatz (NV)

1. Geringwertige Wirtschaftsgüter sind von der Investitionszulage ausgeschlossen.

2. Können Teile von Einbauschränken und ‐regalen eines Typenprogramms voneinander getrennt und anders aufgestellt werden, so sind sie nicht technisch aufeinander abgestimmt und damit einer selbstständigen Nutzung fähig.

 

Normenkette

InvZulG 1996 § 2 S. 2 Nr. 1; EStG § 6 Abs. 2

 

Verfahrensgang

FG Mecklenburg-Vorpommern (Urteil vom 06.04.2006; Aktenzeichen 2 K 374/01)

 

Tatbestand

I. Der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) hatte Büromöbel für seine Steuerberatungskanzlei im Fördergebiet erworben. Es handelte sich um Einbauschränke und -regale, die unstreitig jeweils über eigene Seitenteile, Rückwände sowie untere und obere Abschlüsse verfügten. Die Möbel stammen im Wesentlichen aus einem Typenprogramm; ein Eckregal wurde gesondert angefertigt. Die einzelnen Elemente sind miteinander verschraubt, um eine höhere Standfestigkeit zu gewährleisten.

Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) besichtigte die Möbel und lehnte danach die Gewährung der Investitionszulage auf die Anschaffungskosten eines Teils der Möbel in Höhe von insgesamt 12 860,69 DM ab, weil es sich bei diesen um selbständig bewertbare geringfügige Wirtschaftsgüter i.S. des § 6 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes handele. Die Klage blieb ohne Erfolg; das Finanzgericht (FG) verwies zur Begründung auf die Einspruchsentscheidung (§ 105 Abs. 5 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) und ließ die Revision nicht zu.

Mit der Beschwerde trägt der Kläger vor, das FG habe sein tatsächliches Vorbringen nicht gewürdigt und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Er habe schriftsätzlich und in der mündlichen Verhandlung zu Protokoll ausgeführt, dass ein einzelner Büroschrank mangels Standfestigkeit nicht selbständig genutzt werden könne. Hätte das FG dieses Vorbringen gewürdigt, dann hätte es nach den Grundsätzen des Senatsurteils vom 9. August 2001 III R 43/98 (BFHE 196, 429, BStBl II 2002, 100) wegen der selbständigen Bewertbarkeit Investitionszulage für die Unterschränke gewähren müssen.

Die streitigen Möbel erfüllten die Verbleibensvoraussetzungen; Überlegungen, inwieweit die Wirtschaftsgüter in einem anderen betrieblichen Zusammenhang genutzt werden könnten, hätten angesichts der 12-jährigen betrieblichen Zweckbestimmung in den Hintergrund zu treten. Das FG-Urteil weiche von den Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) in BFHE 196, 429, BStBl II 2002, 100 und vom 26. Juli 1979 IV R 170/74 (BFHE 129, 315, BStBl II 1980, 176) ab, so dass eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung geboten sei (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO). Das FG habe zudem nicht gewürdigt, dass der Eckschrank eine vorspringende Ecke überbaue und daher nicht beliebig in andere Nutzungszusammenhänge eingefügt werden könne. Darin liege eine weitere Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör.

 

Entscheidungsgründe

II. Die Beschwerde ist unbegründet und wird durch Beschluss zurückgewiesen (§ 132 FGO).

1. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) zuzulassen. Das FG-Urteil weicht nicht, wie der Kläger meint, von den BFH-Urteilen in BFHE 196, 429, BStBl II 2002, 100 und in BFHE 129, 315, BStBl II 1980, 176 ab.

Geringwertige Wirtschaftsgüter sind von der Investitionszulage ausgeschlossen (§ 2 Satz 2 Nr. 1 des Investitionszulagengesetzes --InvZulG-- 1996, das gemäß § 11 InvZulG auch auf Anschaffungsvorgänge des Streitjahres 1995 anwendbar ist). Der Senat hat in seinem Urteil in BFHE 196, 429, BStBl II 2002, 100 --in Fortführung seines Urteils vom 21. Juli 1998 III R 110/95 (BFHE 186, 572, BStBl II 1998, 789)-- entschieden, dass einzelne Elemente einer aus genormten Teilen zusammengesetzten und verschraubten Schreibtischkombination sowie zu Schrankwänden zusammengesetzte Regale nicht selbständig genutzt werden können, wenn sie nach ihrer betrieblichen Zweckbestimmung nur zusammen mit anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens genutzt werden können unddie in den Nutzungszusammenhang eingeführten Wirtschaftsgüter technisch aufeinander abgestimmt sind. Büroeinrichtungsgegenstände seien technisch aufeinander abgestimmt, wenn ein Gegenstand bei einer Trennung von einem anderen Gegenstand seine Standfestigkeit verlieren würde, weil ihm wegen fehlender Anlehnung an den anderen Gegenstand eine Stütze fehlt; eine Abgestimmtheit lediglich aufgrund einer Typisierung oder Normung, wie sie bei einem Büroeinrichtungsprogramm möglicherweise gegeben sei, genüge indes nicht für eine technische Abgestimmtheit.

Die Einspruchsentscheidung, auf die das FG-Urteil verweist, geht von dieser Rechtsauffassung aus und führt aus, die strittigen Einrichtungsgegenstände seien --anders als z.B. die zulagenrechtlich berücksichtigten Oberschränke-- nicht technisch aufeinander abgestimmt, da sie nach dem Ergebnis der Besichtigung voneinander getrennt und in der Kanzlei anders aufgestellt werden könnten. Die Einspruchsentscheidung und das verweisende FG-Urteil weichen auch nicht vom BFH-Urteil in BFHE 129, 315, BStBl II 1980, 176 ab; die dort zu beurteilenden einzelnen genormten Stahlregalteile waren als Bauelemente unstreitig keiner selbständigen Nutzung fähig.

2. Das FG hat auch den Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör nicht verletzt.

Der Anspruch auf Gewährung rechtlichen Gehörs verlangt von dem erkennenden Gericht u.a., dass es die Ausführungen sowie Anträge der Beteiligten zur Kenntnis nimmt und bei seiner Entscheidung in Erwägung zieht (ständige Rechtsprechung, z.B. Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 4. August 2004  1 BvR 1557/01, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht 2005, 81; Senatsbeschluss vom 31. Januar 2007 III S 33/06, BFH/NV 2007, 953).

Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör lässt sich danach nicht feststellen. Das FG hat im Tatbestand ausgeführt, dass die einzelnen Elemente miteinander verschraubt seien, um eine höhere Standfestigkeit zu gewährleisten. Es hat den Sachverhalt somit offenbar gegen den Vortrag des Klägers dahin gewürdigt, dass auch ohne die Verschraubung eine zwar geminderte, aber doch ausreichende Standfestigkeit gewährleistet gewesen wäre. Diese Würdigung erscheint angesichts der in der Akte befindlichen Fotos und der Lebenserfahrung auch möglich.

 

Fundstellen

Haufe-Index 1818350

BFH/NV 2007, 2353

Dieser Inhalt ist unter anderem im Haufe Finance Office Premium enthalten. Sie wollen mehr?

Jetzt kostenlos 4 Wochen testen

Anmelden und Beitrag in meinem Produkt lesen


Produktempfehlung
haufe-product

    Meistgelesene Beiträge
    • Checkliste Jahresabschluss 2025 / 12.1.1 Prüfungsauftrag
      2
    • Steuer Check-up 2025 / 2.12.3 Grunderwerbsteuer auch bei Treuhandverhältnissen
      2
    • AO-Handbuch, Anhang zur amtlichen Handausgabe 2024
      1
    • Bertram/Kessler/Müller, Haufe HGB Bilanz Kommentar, HGB ... / 2.2 Angaben zu den Posten des Konzernabschlusses
      1
    • Bertram/Kessler/Müller, Haufe HGB Bilanz Kommentar, HGB ... / 4 Ausweis von Unterschiedsbeträgen aus der Erstkonsolidierung (Abs. 3)
      1
    • Eigenbelege: Der richtige Umgang mit Eigenbelegen und Er ... / 5 Ersatzbeleg/Notbeleg für nicht mehr vorhandene Belege
      1
    • Erwerbergruppe mit gleichgerichteten Interessen
      1
    • Geschenke / 5 Wertbestimmung
      1
    • Mietvertrag bei Angehörigen nach Grundstücksverkauf
      1
    • Schwarz/Widmann/Radeisen, UStG § 12 Abs. 2 Nr. 7d [Zirku ... / 1.3 Kein Wahlrecht zwischen Steuerbefreiung und Steuerpflicht
      1
    • Schwarz/Widmann/Radeisen, UStG § 22d Steuernummer und zu ... / 2 Steuernummer und USt-IdNr.
      1
    • Schwarz/Widmann/Radeisen, UStG § 6a Innergemeinschaftlic ... / 4.8 Versagung der Steuerbefreiung bei Beteiligung an einer Steuerhinterziehung
      1
    Weitere Inhalte finden Sie u.a. in folgendem Produkt Haufe Finance Office Premium
    Top-Themen
    Downloads
    Zum Haufe Shop
    Produktempfehlung


    Zum Thema Finance
    Alles zu Bilanzierung und Bewertung: Jahresabschluss
    Jahresabschluss
    Bild: Haufe Shop

    Mit diesem Buch haben Sie alle erforderlichen Informationen an der Hand, um den Jahresabschluss in allen Einzelteilen korrekt zu erstellen. Mit Tipps sowie Gestaltungsmöglichkeiten bei konkreten Bilanzierungsfragen, Anwendungshinweisen sowie fast 200 Beispielen und Grafiken.


    Einkommensteuergesetz / § 6 Bewertung
    Einkommensteuergesetz / § 6 Bewertung

      (1) Für die Bewertung der einzelnen Wirtschaftsgüter, die nach § 4 Absatz 1 oder nach § 5 als Betriebsvermögen anzusetzen sind, gilt das Folgende:   1. Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, sind mit den ...

    4 Wochen testen


    Newsletter Finance
    Newsletter Steuern und Buchhaltung

    Aktuelle Informationen aus den Bereichen Steuern und Buchhaltung frei Haus - abonnieren Sie unseren Newsletter:

    • Für Praktiker im Rechnungswesen
    • Buchhaltung und Lohnbuchhaltung
    • Alles rund um betriebliche Steuern
    Pflichtfeld: Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein.
    Bitte bestätigen Sie noch, dass Sie unsere AGB und Datenschutzbestimmungen akzeptieren.
    Haufe Fachmagazine
    Themensuche
    A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
    Zum Finance Archiv
    Haufe Group
    Haufe People Operations Haufe Fachwissen Haufe Onlinetraining Haufe HR-Software Haufe Digitale Personalakte Lexware rudolf.ai - Haufe meets AI
    Weiterführende Links
    RSS Newsletter FAQ Mediadaten Presse Editorial Code of Conduct Redaktionsrichtlinie zum KI-Einsatz Netiquette Sitemap Buchautor:in werden bei Haufe
    Kontakt
    Kontakt & Feedback AGB Cookie-Einstellungen Compliance Datenschutz Impressum
    Haufe Rechnungswesen Shop
    Rechnungswesen Produkte Buchführung Software und Bücher Bilanzierung & Jahresabschluss Lösungen Produkte zu Kostenrechnung Produkte zur IFRS-Rechnungslegung Haufe Shop Buchwelt

      Weitere Produkte zum Thema:

      × Profitieren Sie von personalisierten Inhalten, Angeboten und Services!

      Unser Ziel ist es, Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Website anzubieten. Um Ihnen relevante und nützliche Inhalte, Angebote und Services präsentieren zu können, benötigen wir Ihre Einwilligung zur Nutzung Ihrer Daten. Wir nutzen den Service eines Drittanbieters, um Ihre Aktivitäten auf unserer Website zu analysieren.

      Mit Ihrer Einwilligung profitieren Sie von einem personalisierten Website-Erlebnis und Zugang zu spannenden Inhalten, die Sie informieren, inspirieren und bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

      Wir respektieren Ihre Privatsphäre und schützen Ihre Daten. Sie können sich jederzeit darüber informieren, welche Daten wir erheben und wie wir sie verwenden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen. Passen Sie Ihre Präferenzen dafür in den Cookie-Einstellungen an.

      Mehr Informationen Nein, Danke Akzeptieren