Im Zusammenhang mit New Pay wird häufig über transparente Gehälter diskutiert. Dabei ist zwischen der Offenlegung individueller Gehälter und der Transparenz von Gehaltsprozessen zu unterscheiden.
Die vollständige Offenlegung individueller Gehälter kann datenschutzrechtliche Fragestellungen aufwerfen und erfordert eine besonders sorgfältige Ausgestaltung. Zudem hängt ihre Akzeptanz stark von der wahrgenommenen Fairness des zugrunde liegenden Systems ab.
In der Praxis gewinnt daher der transparente Gehaltsprozess zunehmend an Bedeutung. Hierbei wird nicht zwingend das individuelle Gehalt offengelegt, sondern vielmehr:
- wie Gehälter zustande kommen,
- welche Kriterien zugrunde gelegt werden,
- welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen,
- wie Entscheidungen getroffen werden.
Ein transparenter Gehaltsprozess kann die Prinzipien von New Pay erfüllen und gleichzeitig rechtssicher umgesetzt werden.
Quelle: eigene Darstellung
Gesetzliche Bestimmungen bei Gehaltsentscheidungen
Neben den gesetzlichen Vorgaben müssen auch vertragliche Vereinbarungen über das Entgelt rechtmäßig und eindeutig ausgestaltet sein. Wesentliche Voraussetzung sind transparente, klare und nachvollziehbare Regelungen zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden. Die wesentlichen Arbeitsbedingungen sind nach dem Nachweisgesetz zu dokumentieren. Unabhängig von formalen Anforderungen ist es für Vergütungsregelungen entscheidend, dass diese verständlich formuliert und in ihrer Systematik nachvollziehbar sind.
Darüber hinaus gewinnen Anforderungen an Transparenz und Gleichbehandlung zunehmend an Bedeutung. Vor dem Hintergrund der EU-Entgelttransparenzrichtlinie müssen Vergütungsentscheidungen künftig stärker auf objektiven, überprüfbaren Kriterien beruhen. Unterschiede in der Vergütung sind sachlich zu begründen und müssen nachvol...