Angeregt durch den steigenden Wert der Informationsverarbeitung in Unternehmen, begannen Analysten Mitte der 80er Jahre, Modelle zur Erfassung der Gesamtkosten von IT-Systemen zu entwerfen, die über die reine Betrachtung der Anschaffungskosten von Hard- und Software hinausgehen. Bei PCs, Notebooks und anderen so genannten Commodity-Produkten fallen neben der Hard- und Software noch zahlreiche weitere Kosten wie
- Anwenderschulungen,
- Systemadministration oder
- Support und Entstörung
an. Allgemein werden die Bestrebungen, die Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus (life cycle costs) zu betrachten, unter dem Schlagwort Total Cost of Ownership (TCO) zusammengefasst. Dieses Lebenszyklus-Kostenmanagement bezieht sowohl den IT-Bereich als auch den internen IT-Kunden (z. B. Endanwender) ein und betrachtet somit die kumulierten Kosten, die beim Betreiber und beim Nutzer vom Entwicklungsbeginn bis zum Ende der technischen und wirtschaftlichen Nutzungsdauer eines Systems entstehen.
1.1 Ziele und Aufgaben des TCO-Ansatzes
Die Kenntnis der TCO eines Systems (z. B. Entwicklungskosten eines Systems; Kosten für den laufenden, betreuten Betrieb eines Systems; Kosten pro User des Betriebs einer Applikation; …) ist eine der wichtigsten Handlungsgrundlagen sowohl für den IT-Manager als auch für den Prozess-Verantwortlichen beim IT-Kunden.
- In der kurz- bis mittelfristigen TCO-Perspektive steht nicht die Kostenreduktion im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Nutzensteigerung, d. h., man sucht nach Optimierungspotenzial, um eine größere Effizienz mit dem vorhandenen Equipment und den anfallenden Kosten zu erzielen.
- Mittel- bis langfristig rücken die Betriebskosten verstärkt in den Mittelpunkt der Betrachtung. Im Hinblick auf die Verteilung der IT-Kosten über den Lebenszyklus (vgl. Abb. 1) gilt es zu berücksichtigen, dass die Weichen f...