In diesem Praxisbericht wird die transformatorische Änderung des Supply-Chain-Modells der Q-Gruppe beschrieben. Dieses mehrjährige Projekt betraf zwar in erster Linie Prozesse, Strukturen und Verantwortlichkeiten in der Supply-Chain-Organisation des gesamten Q-Konzerns. Aber insbesondere aus Verrechnungspreissicht waren in diesem Zuge zahlreiche grundlegende Fragen zu beantworten. Dazu gehörten die Wahl der am besten geeigneten Verrechnungspreismethode(n) zur angemessenen Abbildung der genannten Veränderungen ebenso wie die Bestimmung fremdüblicher Verrechnungspreise für materielle und immaterielle Wirtschaftsgüter "im laufenden Betrieb". Weiterhin war die begleitende umfassende Dokumentation der Reorganisation zu erstellen, im Hinblick auf die OECD-Verrechnungspreisleitlinien und entsprechende Anforderungen nationaler steuergesetzlicher Regelungen sowie als Vorbereitung auf die spätere Verteidigung des Projekts im Betriebsprüfungsfall.
Der Ausgangspunkt
Die Q-Gruppe operiert als multinationaler Konzern mit deutschem Hauptquartier zumeist in gesättigten Märkten und ist seit Jahren einem sehr starken internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt, der sie zur ständigen Überprüfung und Anpassung ihres Leistungsspektrums, ihrer Geschäftsmodelle, Prozesse und Strukturen zwingt.
Ein erster bedeutender Schritt in diese Richtung wurde zu Beginn der 2000er-Jahre mit der nachhaltig erfolgreichen Etablierung von Shared Service Centern in einer Reihe von Ländern bzw. Regionen für die Ausführung verschiedener administrativer Tätigkeiten im gesamten Konzern getan. Dies betraf vor allem die Standardisierung und Harmonisierung interner Prozesse sowie die Anpassung organisatorischer Strukturen in den verbundenen Unternehmen der Q-Gruppe, z. B in den Bereichen Finance, Accounting & Controllin...