Abhängigkeitserkrankungen sind Themen, die mitten in der Gesellschaft stattfinden und dennoch hartnäckig mit dem Bild des gesellschaftlichen Randes verknüpft bleiben. Dieser Irrglaube ist nicht nur faktisch falsch, sondern auch stigmatisierend gegenüber Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, die wie alle psychischen Erkrankungen jeden treffen können.
Sucht macht vor dem Werkstor nicht halt. Sie betrifft Belegschaften aller Branchen und Größen sichtbar oder unsichtbar, durch Betroffene selbst oder durch mitbetroffene Kollegen. Auch für das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement ist das keine abstrakte Sozialstatistik: Suchtmittelkonsum und problematische Verhaltensweisen beeinflussen Wahrnehmung, Reaktionsvermögen und Urteilsfähigkeit und damit unmittelbar die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die zentralen Bausteine betrieblicher Suchtprävention und Intervention: von der rechtlichen Grundlage über Präventionsmaßnahmen und Interventionsprozesse bis hin zu internen und externen Unterstützungsangeboten. Ziel ist es, Verantwortliche wie Fachkräfte für Arbeitssicherheit für ihre spezifische Rolle in diesem Gesamtsystem zu schärfen und aufzuzeigen, wo und wie sie wirksam beitragen können.