Dipl.-Psych. Julia Scharnhorst
Zusammenfassung
Die Resilienz als Widerstandsfähigkeit des Menschen gegenüber Belastungen, andauerndem Stress und Veränderungen ist in Krisen sehr hilfreich, um sich ohne anhaltende Beeinträchtigungen von der Krisensituation erholen zu können.
Vor allem um im Rahmen der Prävention die Resilienz zu fördern ist es wichtig, die Wirkung der Resilienz auf die Gesundheit und auf das Wohlbefinden zu kennen. Auch die Arten von Krisen, Modelle der Resilienz und wie die persönliche Resilienz in Krisenzeiten gefördert werden kann, sind wichtige Themen, die im Folgenden beschrieben werden. Außerdem beschäftigt sich der Beitrag mit der Frage, wie Mitarbeiter durch Führungskräfte und Unternehmen unterstützt werden können.
1 Was ist Resilienz – Definition, Geschichte und die Rolle im betrieblichen Gesundheitsmanagement
1.1 Herkunft und Definition des Begriffs
Der Begriff Resilienz leitet sich vom lateinischen Verb resilire ab, das so viel wie zurückspringen oder abprallen bedeutet.
Ursprünglich wurde der Begriff Resilienz in der Physik, insbesondere in der Werkstoffkunde, verwendet. Hierbei ist mit Resilienz die Eigenschaft eines Werkstoffs gemeint, nach einer Verformung durch Druck und Belastung von außen wieder in die ursprüngliche Form zurückzufinden.
Mit dem Begriff Resilienz wird im psychologischen Sinne die Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber Belastungen, andauerndem Stress oder Traumata bezeichnet. Resilienz ist die Fähigkeit, sich von Krisensituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu erholen. Bislang gibt es kein einheitliches Verständnis davon, welche Eigenschaften oder Verhaltensweisen genau mit dem Begriff Resilienz gemeint sind; es gibt unterschiedliche Konzepte.
1.2 Geschichte der Resilienzforschung
Seit einigen Jahrzehnten wird der Begriff Resilienz auch in der Psychologie (und anderen Disziplinen) verwendet. Zuerst wurde der Begriff vorwiegend auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bezogen.
Die Psychologin Emmy Werner führte Anfang...