Dipl.-Psych. Julia Scharnhorst
Zusammenfassung
Unternehmen können einiges dafür tun, um gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen, die psychische Belastungsfaktoren möglichst von vornherein vermeiden. Es gibt einerseits wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, auf welche Schlüsselfaktoren dabei geachtet werden sollte. Andererseits liegen Erkenntnisse aus Befragungen vor, die auch die Wünsche der Beschäftigten selbst an ihre Arbeitsbedingungen erkennen lassen.
1 Gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen
1.1 Wünsche der Beschäftigten an gute Arbeit
Die Forschung hat inzwischen umfangreiche Erkenntnisse produziert, wie Arbeit gestaltet sein sollte, um psychische Belastungen für die Beschäftigten zu vermeiden.
Erstmals im Jahr 2004 wurde die Studie "Was ist gute Arbeit?" durchgeführt (INIFES-Institut). Die Studie hatte das Ziel, eine gesellschaftliche Debatte über die Qualität von Arbeit anzuregen. Die 5.400 Befragten sollten die von ihnen gewünschten Eigenschaften guter Arbeit benennen. Sie wurden auch dazu befragt, wie sie ihre Arbeitsbedingungen tatsächlich einschätzen – so wurde ein Vergleich von gewünschten und tatsächlich erlebten Arbeitsbedingungen möglich. Die Grundlage für den verwendeten Fragebogen bildeten arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse.
Es kristallisierten sich mehrere Kernelemente guter Arbeit heraus:
- ein festes und verlässliches Einkommen,
- unbefristete Beschäftigung,
- kreative Fähigkeiten in die Arbeit einbringen und entwickeln zu können,
- den Sinn der Arbeit zu erkennen,
- Anerkennung,
- soziale Beziehungen,
- Achtung und Schutz der Gesundheit.
Abb. 1: Faktoren, die aus Sicht der Beschäftigten "gute Arbeit" ausmachen
In der Befragung zeigte sich ein großes Bedürfnis nach Sicherheit, sowohl was das feste und verlässliche Arbeitseinkommen betrifft, als auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. So sind abhängig Beschäftigte auch mit keinem Bereich derart unz...