Prof. Dr. Hans-Dieter Litke
, Dr. Ilonka Kunow
6.1 Warum Organisation auch sein muss
Für die meisten Projekte muss eine Mitarbeitergruppe gebildet werden, die innerhalb eines befristeten Zeitraums die Projektaufgabe im Unternehmen erfüllt. Die wohl wichtigsten Fragen, die sich dabei stellen, sind:
- Woher kommt das Team?
- Wie soll das Verhältnis zwischen Projektmitarbeitern, Projektleiter und nicht am Projekt beteiligten Stellen aussehen, wie also gliedert sich das Projekt in die Unternehmensstruktur ein?
- Was kommt für die Beteiligten nach dem Projekt?
Organisatorische Fragen sollten Sie in einem Projekt nicht unterschätzen. Denn wenn Kompetenzen, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Pflichten nicht eindeutig geregelt werden, sind Konflikte – nicht nur im Team – vorprogrammiert. Projekte organisieren bedeutet im Wesentlichen:
- Aufgabenträger (Projektstellen und -mitarbeiter) zu bestimmen und deren Beziehungen untereinander zu regeln,
- das Verhältnis zwischen projektbeteiligten und projektexternen (Leitungs-)Stellen zu regeln.
Die Selbstorganisation des Projekts betrifft noch weitere Bereiche wie Termine und Budget, die wir bei der Planung bereits angesprochen haben.
Mit einer Projektorganisation sollten Sie immer das Ziel verfolgen, tatsächlich eigene Verantwortungsbereiche und Kompetenzen für das Projekt zu schaffen.
Vorteile einer eigenen Projektorganisation
- Mit einer eigenen Organisationsform erhält die Projektleitung den nötigen Handlungsspielraum für eine effektive Steuerung und Kontrolle.
- Konflikte müssen nicht über die Hierarchien der Linienorganisation ausgetragen werden.
- Funktionsträger der Linienorganisation werden nicht mit zusätzlicher Arbeit belastet.
- Im Projekt können dafür Entscheidungen schneller getroffen und auf Fehler oder Krisen unmittelbarer reagiert werden, was Zeit und Kosten spart.
Bevor Sie sich für eine bestimmte Organisati...