Einsatzbedarf und Reservebedarf berücksichtigen
So simpel die bloße Berechnung des Nettopersonalbedarfs ist, umso herausfordernder ist die Prognose des Bruttopersonalbedarfs. Dieser setzt sich zusammen aus dem Einsatzbedarf und dem Reservebedarf. Beim Einsatzbedarf handelt es sich um jenen Bedarf, der zur Erfüllung der Arbeitsaufgaben eingeplant wird. Zusätzlich ist ein Reservebedarf zu bestimmen, um Auslastungsspitzen, kurzfristige Ausfälle und Abwesenheiten ausgleichen zu können. Der Reservebedarf ergibt sich überwiegend aus unbezahlten Fehlzeiten. Er wird dem Einsatzbedarf zugeschlagen. Zur Ermittlung des Bruttopersonalbedarfs können verschiedene quantitative und qualitative Methoden angewendet werden.
2.2.1 Methoden zur quantitativen Personalbedarfsermittlung
Bei den Methoden zur quantitativen Personalbedarfsermittlung kann zwischen einfachen intuitiven, arbeitswissenschaftlichen und mathematischen Methoden zu unterscheiden. Die wichtigsten werden im Folgenden vorgestellt.
Schätzverfahren
Zu den leicht anzuwendenden intuitiven Methoden gehören insbesondere Schätzverfahren, die in der Praxis häufig angewendet werden. Bei diesen Verfahren wird der Personalbedarf für die Planungsperiode in der Regel von Führungskräften geschätzt. Ergänzend können auch Schätzungen von Externen, z. B. Unternehmensberatern, oder Ergebnisse aus Benchmarking-Studien in das Schätzergebnis einfließen. Allerdings besteht bei diesen subjektiven Verfahren die Gefahr von Fehleinschätzungen.
Stellenbesetzungsmethode
Eine weitere intuitive Methode ist die Stellenbesetzungsmethode. Dabei werden Stellenbesetzungspläne in die Zukunft fortgeschrieben. In einem Stellenbesetzungsplan werden die Stellen auf allen Ebenen im Unternehmen dargelegt. Zusätzlich enthält er Angaben zur aktuellen Besetzung. Die Anwendung dieser Methode setzt voraus, dass die Stellenbesetzungspl...