"Bei Anruf Ausbildung." So lautet das Motto der St. Gereon Seniorendienste. "Zwar ist der Zugang zum Pflegeberuf ohnehin recht niedrigschwellig – Auszubildende benötigen einen Hauptschulabschluss nach Klasse 10, müssen mindestens 16 Jahre alt sein und dürfen nicht vorbestraft sein – dennoch verzichten wir bewusst auf Assessmentverfahren und aufwendige Vorstellungsrunden", sagt Manuela Garbrecht, HR-Kultur- und Feelgoodmanagerin. "Wir geben fast allen Bewerbern eine Chance. Hat jemand die Idee, dass der Pflegeberuf passt, nutzen wir diesen Schwung, statt durch Auswahlverfahren Hemmungen oder Angst zu erzeugen." Auch Schulnoten spielen eine untergeordnete Rolle. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gute Noten nicht automatisch bedeuten, dass jemand gut ins Team passt", sagt Garbrecht. Stattdessen werde die gesetzlich vorgesehene Probezeit ernst genommen. "Nach einem halben Jahr haben sowohl die Auszubildenden als auch wir eine faire Entscheidungsgrundlage." Von 440 Mitarbeitenden beschäftigen die St. Gereon Seniorendienste 120 Auszubildende. Diese ungewöhnlich hohe Ausbildungsquote sorgt für Aufsehen. Regelmäßig erhält Garbrecht Besuch von anderen Pflegedienstleistern. "Wir haben schon vor 15 Jahren damit begonnen, unsere Ausbildungsquote deutlich zu erhöhen, um dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen", sagt sie und kritisiert, dass viele Pflegeeinrichtungen zwar über besagten Mangel klagen, aber kaum ausbilden. Der Erfolg gibt dem KMU recht: "Wir haben weder eine höhere Abbrecher- noch eine höhere Durchfallquote." Aktiv nach Auszubildenden suchen müssen die Seniorendienste nicht, die kommen mittlerweile von alleine, so Manuela Garbrecht: "Die meisten bewerben sich bei uns, weil sie jemanden kennen, der hier arbeitet und sehr zufrieden ist. Unsere positive Unternehme...