Jens Harmeier, Joachim Blaschke
Ein bedeutendes Instrument ist das Sensitivity-Training. Ziel ist es, durch eine Vermittlung von interpersonellen Kompetenzen das Bewusstsein der Mitarbeiter im Hinblick auf das eigene Verhalten und den Umgang mit anderen Mitarbeitern zu schärfen und das Verständnis von Gruppendynamik zu verbessern. Sensitivity-Training basiert auf den Erfahrungen, die die lernenden Mitarbeiter selbst gemacht haben und machen. Durch Sensitivity-Training soll Folgendes erreicht werden:
- eine höhere Feinfühligkeit (Sensitivität) gegenüber eigenen und fremden Bedürfnissen zu erwerben,
- die Folgen des eigenen Handelns für sich und andere besser zu erkennen,
- persönliche Werte und Zielvorstellungen, die das Handeln der Mitarbeiter beeinflussen, zu klären und weiterzuentwickeln,
- Handlungsmöglichkeiten, die persönliche Werte und Ziele miteinander verbinden, zu erkennen,
- die Entwicklung erfolgreicherer Verhaltensweisen der Mitarbeiter zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit.
Das Sensitivity-Training erfolgt in drei Schritten, die in Abbildung 3 gezeigt werden.
Abb. 3: Schritte beim Sensitivity-Training
Schritt 1: Verhalten kritisch hinterfragen
Zuerst wird das Verhalten der Mitarbeiter infrage gestellt. Dies kann z. B. durch Rollenspiele geschehen, die anschließend mit den Teilnehmern gemeinsam analysiert werden. Die Rollenspieler erfahren von den Beobachtern, welche fördernden und hemmenden Verhaltensweisen in Bezug auf die angestrebten Gesprächsziele wahrgenommen wurden.
Im Anschluss daran wird das Selbstbild mit dem Fremdbild konfrontiert. Daraufhin beginnen die Teilnehmer, ihr eigenes Verhalten kritisch zu betrachten, und werden so für notwendige Verhaltensveränderungen bei sich selbst sensibilisiert.
Rollenspiel
Ein Vorgesetzter hatte sich in einem Rollenspiel das Gesprächsziel gesetzt, seine Mita...