Dr. Uwe Brunner
, Prof. Dr. Martin Tschandl
Lieferketten bzw. Supply Chains sind also für globale Treibhausgasemissionen und somit für die Klimaerwärmung mitverantwortlich. Deswegen stehen energieintensive Produktions- bzw. Fertigungsvorgänge und die dafür notwendigen Logistikprozesse im Fokus von regulatorischen Maßnahmen. Für Unternehmen gilt es, die damit verbundenen Emissionen (drastisch) zu reduzieren, um möglicherweise erhebliche regulatorische Risiken und Risikokosten zu minimieren. Zusätzlich können durch Klimaveränderungen generelle Risiken – etwa durch negative Beeinflussung von Geschäftsmodellen oder potenzielle physische Schäden an Unternehmen (Gebäude, Anlagen, Fahrzeuge, Materialbestände) durch Unwetterereignisse – entstehen. Diese sind nicht nur auf das eigene Unternehmen beschränkt, sondern können alle Partner in der Lieferkette (meist Lieferanten und Kunden) betreffen und somit Störungen verursachen. Nachdem Treibhausemissionen entlang der gesamten Lieferkette entstehen, ist es wichtig eine Strukturierung vorzunehmen. Nachfolgender Ansatz unterteilt die Emissionen in drei sogenannte Scopes (s. Abb. 3).
Abb. 3: Treibhausgasemissionen nach drei Scopes
Treibhausgasemissionen entstehen demnach direkt im eigenen Unternehmen (Scope 1), indirekt vorgelagert (upstream, Inbound- bzw. Lieferantenzentrierung) und indirekt nachgelagert (downstream, Outbound bzw. Kundenzentrierung):
- Scope 1 – direkte Emissionen des Unternehmens, primär aus eigenen Verbrennungsprozessen (Prozessenergie, Gasheizungen, Verbrennungsanlagen, Kühlaggregate, Firmenfahrzeuge, Fahrzeuge des innerbetrieblichen Transports wie Stapler).
- Scope 2 – indirekte Emissionen über gesourcte Energie, v.a. Strom, Dampf, Fernwärme oder Kälte.
- Scope 3 – indirekte Emissionen aus der Lieferkette ohne eigene Emissionen: vorgelagert entstehen d...