Robert Bartel
, Florian Mohr
In Industrie- und Handelsunternehmen spielt die Supply Chain für die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Moderne Produkte und Dienstleistungen entstehen durch das Zusammenwirken verschiedener Unternehmen. Trotz wechselnder Globalisierungs- und Re-Lokalisierungstrends nimmt die Komplexität der Lieferketten stetig zu. Ein großer Teil der ESG-Auswirkungen von Produkten und Services liegt außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen. Zusätzlich betonen Aspekte wie Menschenrechte und der Einsatz seltener oder kritischer Materialien die Relevanz der Supply Chain in Bezug auf ESG-Dimensionen.
Abb. 1: ESG in der Lieferkette
Die Fokussierung auf eine Steigerung der Nachhaltigkeit in der Supply Chain birgt für Unternehmen vielfältige Vorteile:
- Energie- & Ressourcensparmaßnahmen sparen auch Kosten
- Steigerung der Markenattraktivität und Gewinnung neuer Kunden(gruppen)
- Positiver Unterscheidungsfaktor für zukünftige Fachkräfte
Zusätzlich ist der Multiplikatoreffekt eines Unternehmens als Vorbild in der Lieferkette größer als allgemein angenommen.
Jedes einzelne Unternehmen hat oftmals tausende Lieferanten und kann über smarte Wege und Win-Win-Situationen einen positiven Einfluss im nachhaltigen Sinne auf die Entscheidungsfindungen in der Lieferkette nehmen.
Beim Beispiel GHG-Emissionen wird der enorme Einfluss einer Supply Chain gut sichtbar. Oftmals entstehen mehr als 85 % der CO2-Emissionen eines Produkts nicht im eigenen Betrieb, sondern in der Lieferkette (mit ca. 85 % im verarbeitenden Gewerbe).
Auch auf Produktstrukturebene taucht diese Unterteilung häufig auf. So entstehen beispielsweise bei Produkttypen mit komplexen Stücklisten oft 90 % der Emissionen bei der Herstellung von 10 % der "Komponententypen" (Materialien) des Produkts und damit in nur einem kleinen Teil der Lieferkette.
Abb...