Dr. Carsten Bange
, Larissa Baier
Analytics = Business Intelligence?
Informationssysteme zur Entscheidungsunterstützung haben eine lange Tradition und werden ungefähr seit dem Jahr 2000 als "Business Intelligence Software" bezeichnet. Die in den letzten Jahren zunehmende Popularität des Begriffs "Analytics" im BI-Markt kennzeichnet den sich verändernden Fokus von Unternehmen auf die Datenanalyse ergänzend zu der reinen Informationslieferung im Reporting. Analytics wird inzwischen häufig synonym zu Business Intelligence genutzt. Im deutschen Sprachraum ist Business Intelligence noch weit verbreitet, und der Begriff "Analytics" wird häufig genutzt, um die Erweiterung von BI durch fortgeschrittenen Datenanalyse ("Advanced Analytics") zu beschreiben. Ein Blick auf den heutigen BI-Markt zeigt, dass Analytics eines der Themenfelder zur Differenzierung darstellt.
Der Markt ist seit Jahren hart umkämpft
Der BI- und Analytics-Markt ist sehr groß und für Käufer unübersichtlich: Aktuell zählen wir allein in DACH ca. 485 Produkte von 338 Herstellern. Der Markt wächst derzeit insbesondere in den Themenbereichen ESG oder AI (Artificial Intelligence, deutsch: Künstliche Intelligenz oder KI) stark.
Dagegen müssen Anbieter von Software für die klassischen BI-Disziplinen wie Dashboards oder Berichtswesen um den Marktkuchen ringen. Eine Differenzierung rein über die Produktfunktionalität wird zunehmend schwieriger, da es viele solide und funktionsreiche Produkte gibt. So überzeugen die Käufer bereits seit einigen Jahren Kriterien wie Einfachheit in der Bedienung oder Preis. Die Abdeckung der funktionalen Anforderungen für BI und Analytics findet sich auf dem dritten Platz der Kaufgründe wieder (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Kaufgründe für BI und Analytics Software
Fachanwender im Fokus
Die Abb. 1 zeigt ebenso, dass beide Aspekte ...