Die Frage nach Begriff und Inhalt der Lebenszyklen ist am besten in Bezug auf die jeweiligen Unternehmensprozesse zu beantworten. Betrachten wir zunächst die Unternehmensprozesse, wie sie in der Praxis der Geschäftsprozessoptimierung für Industrieunternehmen in den letzten Jahren herausgearbeitet wurden, nämlich jene der
- Markterschließung und Kundenpflege
- Entwicklung von Produkten und Verfahren
- Beschaffung von Kapital
- Beschaffung von Personal
- Beschaffung von Material und Zulieferleistungen
- Beschaffung von Investitionen
- Instandhaltung der Anlagen
- Abwicklung von Lageraufträgen
- Abwicklung von Kundenaufträgen,
so sind vor allem die ersten sechs Prozesse für Lebenszyklusbetrachtungen prädestiniert. Dabei konzentrieren sich die vorhandenen Veröffentlichungen auf den Prozess der Entwicklung von Produkten und Verfahren und damit auf den Produktlebenszyklus. In letzter Zeit wird aber den Markt- und Kundenbeziehungen im Rahmen des Customer Relations Managements und den Beschaffungsprozessen im Rahmen des Supply Chain Managements eine immer höhere Beachtung zuteil. Der Lebenszyklus der Produktionsanlagen war immer schon im Fokus der Investitionsrechnung und damit der erste Gegenstand betriebswirtschaftlicher Betrachtungen, der nicht dem strengen Jahresrhythmus unterworfen war.
Zu den Merkmalen eines Prozesses gehört ein klar definierter Beginn und ein klar definiertes Ende und Ergebnis. Die ausgewählten Unternehmensprozesse lassen sich kurz wie folgt beschreiben:
Markterschließung und Kundenpflege
Eine Kundenbeziehung beginnt mit dem ersten Kontakt und endet mit dem Abbruch der Geschäftsbeziehung zum einzelnen Kunden. Der Wert eines zufriedenen Kundenstammes gehört zu den wichtigsten Intangible Assets, den nicht oder nur schwer in Zahlen zu bewertenden Vermögensbestandteilen eines...