Rz. 67
Stand: 2. A. – ET: 07/2024
Die IFRS enthalten weder Vorschriften zur Inventur noch zum Inventar. Die IFRS regeln nur den Jahresabschluss selbst. In der Literatur wird befürwortet, Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur (GoI) aus IAS 34 Appendix C1, IAS 2 und den Grundsätzen im Framework abzuleiten. Folgende Grundsätze werden in der Literatur aufgeführt: Vollständigkeit (completeness, QC13 bzw. Rz. 2.14), Richtigkeit (free from error, QC15 bzw. Rz. 2.18), Willkürfreiheit (neutrality, QC14 bzw. Rz. 2.15 f.), Einzelerfassung und Einzelbewertung (IAS 2.23), Vergleichbarkeit (comparability, QC20 ff. bzw. Rz. 2.24 ff.), Nachprüfbarkeit (verifiability, QC26 ff. bzw. Rz. 2.30 ff.), Zeitgerechtigkeit (timeliness, QC29 bzw. Rz. 2.33), Klarheit (understandability, QC30 ff. bzw. Rz. 2.34 ff.), Wirtschaftlichkeit (cost constraint, QC35 ff. bzw. Rz. 2.39 ff.) und Wesentlichkeit (materiality, QC37 bzw. Rz. 2.11, IAS 1.7). Dafür spricht, dass es sich um die einzige Erläuterung in den internationalen Standards handelt, die sich überhaupt mit der Thematik des Inventars befasst und sich zudem der Verwendung von Schätzverfahren widmet, auch wenn es in IAS 34 nicht um das jährliche Inventar i. S. v. § 240 Abs. 2 HGB, sondern um den Zwischenbericht geht.
Rz. 68
Stand: 2. A. – ET: 07/2024
Den Berichtszeitraum legt IAS 1.36 im Grundsatz auf ein Jahr fest. Ändert sich der Bilanzstichtag, so sind abweichende Berichtszeiträume zulässig, was aber der Begründung im Anhang bedarf. Bei Umstellung eines Geschäftsjahres kann nach IAS 1.36 wahlweise ein Rumpfgeschäftsjahr (kleiner als 12 Monate) oder ein überlanges Geschäftsjahr (größer als 12 Monate) gewählt werden. Anstelle des einjährigen Berichtszeitraums kann auch ein regelmäßiger Berichtszeitraum von 52 Wochen gewählt werden.
Rz...